"Es wird nicht die perfekte Lösung gesucht, sondern eine, die zum Weiterarbeiten ausreicht. Ob sie funktioniert, sagt uns die Praxis. So entsteht eine gegenwartsbezogene Handlungsfähigkeit." Francois Michael Wiesmann

Mit Soziokratie gelingt es, gemeinsam stimmige Entscheidungen zu treffen. Sie fördert die Selbstorganisation und ermöglicht einer Gruppe von Menschen, ihre Ziele zu erreichen, ohne dass die Macht bei Einzelnen zusammenläuft. Soziokratie hat Lösungen für Organisationen, die einerseits mit flachen Hierarchien arbeiten und persönliche Belange ernst nehmen aber zugleich zielorientiert und effizient sein wollen. Das bringt allen mehr Selbstverantwortung, Spielraum und Freude.

Die soziokratische Organisation basiert auf Kreisen, die ihre Arbeitsbereiche eigenverantwortlich führen. Damit fallen wichtige Entscheidungen dort, wo die Menschen mit der entsprechenden Kompetenz und Handlungsfähigkeit zusammenkommen. Eine Schlüsselfrage der Soziokratie lautet: Wie kann eine Organisation so aufgebaut werden, dass jeder darin seinen Platz findet? Die Visionärin kann in ihrer Rolle anders aufgehen, wenn sie nicht parallel dazu - mehr oder weniger aus Versehen - als Chefin, Pressestelle und Krisenmanagerin fungiert.

Eine Führungskraft muss nicht befürchten, dass das gemeinsam erarbeitete Ergebnis hinter ihrer Vision zurückbleibt. Im Falle eines schwerwiegenden Einwands — schwerwiegend dann, wenn sie das gemeinsame Ziel in Gefahr sieht — wird dieser immer angehört und berücksichtigt.

Bei Entscheidungen geht es nicht darum, dass alle Ja sagen, sondern dass sie eine Entscheidung im "Konsent" mittragen. Dabei ist eine gute Moderation vielleicht das wichtigste Element in der Soziokratie. Sie hält den Blick immer auf die übergeordneten Werte und Ziele. Sie findet - mit allen im Kreis, auch mit den leisen Stimmen - ein „sowohl als auch“ anstelle eines „entweder oder“. Eine Lösung, die gut genug ist für jetzt und sicher genug, um sie auszuprobieren. Wichtig dabei ist die Haltung. Einwände werden gehört und so integriert, dass sie das Niveau der am Ende getroffenen Entscheidung anheben. Gleichzeitig beansprucht soziokratisches Arbeiten weniger Zeit für emotionale Prozesse oder versteckte Konflikte und schont damit Kräfte und Ressourcen.

"Wir haben einen Weg gesucht, mehr Effektivität und Klarheit in unser System zu bringen. Das ZEGG ist geprägt vom Konsensprinzip, dass in unserer Kultur lange üblich war. Deshalb war es für uns wichtig, klare Rollen festzulegen, (flache) Hierarchien zu etablieren und einen Entscheidungsprozess zu nutzen, der viel Beteiligung ermöglicht. All das ist uns mit den soziokratischen Methoden gelungen, die wir seit 2009 nutzen. Um diesem Prozess mehr Schubkraft zu geben, haben wir 2017 einen Organisationsentwicklungskreis ins Leben gerufen. Er kümmert sich um Aus- und Fortbildung und darum, bei Spannungen in der Organisation Lösungen zu erarbeiten."
Cordula Andrä, Geschäftsleitung ZEGG gGmbH

 

 

 

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