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Bilder aus dem ZEGG

ZEGG-Gemeinschaft

Geschichte des Platzes

91h7Das Gelände in der Rosa-Luxemburg-Straße hat eine wechselvolle und bedrückende Geschichte hinter sich. Es war eng verbunden mit den Unrechtssystemen der NS-Zeit und dem politischen System der DDR, diente als Ausbildungsstätte der Hitlerjugend und der Stasi und war zuletzt hermetisch von der Außenwelt abgeriegelt. Die ZEGG-Gemeinschaft hat die Geschichte des Platzes recherchiert und alte Fotos, Zeitdokumente und Berichte gesammelt. Als jetzige Nutzerin sieht sie sich in der Verantwortung, über die Geschichte des Geländes zu informieren und so zu ihrer Aufarbeitung beizutragen. Eine Ausstellung zur Geschichte des Geländes ist im großen Seminargebäude zu sehen.

Auch die landschaftlichen und ökologischen Maßnahmen, die die ZEGG-Gemeinschaft auf dem Gelände durchgeführt hat, ist Teil dieser Aufarbeitung. Es hat zur Regeneration der Landschaft beigetragen, die jetzt wieder Heimat vieler Tiere und Pflanzen geworden ist.

Die Geschichte des Geländes in Kürze:

Es wurde erstmals 1919 besiedelt. Missionare, die am Ende des ersten Weltkrieges aus Südafrika zurück nach Deutschland kamen, gründeten einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Gartenbau und Kleintierhaltung. Der damalige Besitzer, Herr Hoffmann, sympathisierte mit den Nationalsozialisten und überschrieb es Anfang der 30-iger Jahre der SS. Der Gartenbaubetrieb wurde daraufhin 1933 eingestellt, zur Olympiade 1936 trainierte die deutsche Mannschaft der Military Reiter auf dem Platz. Danach wurden die Führer der Hitlerjugend und Bundes deutscher Mädchen auf dem Gelände ausgebildet.

92j8Nach dem Krieg wurde das jetzige Restaurant als Lazarett genutzt. In den 50er Jahren bildete die Einheitsgewerkschaft der DDR ihre Funktionäre auf dem Gelände aus. Anfang der 60iger Jahre übernahm es dann die Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) der Stasi und wandelte es in einen Ausbildungsplatz für Auslandsagenten um. Die Spionageschüler durften keinen Kontakt nach Außen pflegen, das Gelände wurde mit Stacheldraht umzäunt und es patroullierte eine Wachmannschaft mit Hunden. Die Schule war direkt dem Chef der Auslandsaufklärung Markus Wolf unterstellt. Offiziell firmierte sie als Schule der Gesellschaft für Sport- und Technik (GST). Als der übergelaufene Topagent Werner Stiller die Agentenschule enttarnte, wurde der Zweck der Einrichtung publik und die Spionageschule an einen anderen Ort verlegt.

Als 1989 die Wende kam, war gerade damit begonnen worden, das Gelände als Sanatorium umzubauen. Die Baumaßnahmen wurden eingestellt, einzelne Objekte des Geländes wurden an Firmen und Einzelpersonen vermietet. Darunter waren die Supermarktkette Penny-Markt, fahrende Händler aus dem Westen und ehemalige Mitarbeiter der Stasi. Die ZEGG GmbH kaufte das Gelände 1991, es dauerte aber noch bis 1998, bis ihr alle Objekte zur Verfügung standen.

91h1Als die ZEGG-Gemeinschaft das Gelände übernahm, war es umgeben von Stacheldrahtzäunen. Die Vegetation glich einer Ziergartenpflanzung, viele Obstbäume aus der Zeit des landwirtschaftlichen Betriebs der Anfangsjahre waren abgestorben, Wildtiere und Vögel selten. Dem Gelände war seine Vergangenheit anzusehen - es war lange Zeit vernutzt und ausgebeutet worden.

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