LiebesforschungDas Pfingstfestival 2019 stand zum zweiten Mal unter dem Motto: „It‘s all about… Sex im Kontext von Lebendigkeit, Heilung & Gesellschaft“. Aber nicht nur zu Pfingsten tut sich im ZEGG zum Thema Liebesforschung viel. Es gibt viele Möglichkeiten für die Bewohner*innen, sich über Liebe, Sex und Beziehungen auszutauschen. Eine Möglichkeit stellen die Liebesforschungsgruppen dar, die im ZEGG mit der Zeit organisch entstanden sind.

Die Gruppen sind sehr verschieden hinsichtlich der Häufigkeit der Treffen, aber auch der Teilnehmer*innen – eher Liebesnetzwerke, Paare oder Einzelpersonen – oder der Ausrichtung. Allen ist jedoch gemein, dass der*die Einzelne in ihrer Liebe unterstützt werden soll. Ein Vertrauensraum wird geschaffen, in dem Ängste zutage treten können und aufgefangen werden.

Wie der Stand bei den aktuellen Liebesforschungsgruppen im ZEGG gerade ist, wurde bei einer Matinee im Mai thematisiert. Dazu waren alle eingeladen, die aktuell in einer Liebesforschungsgruppe sind, gern an einer teilnehmen möchten oder einfach nur mehr zum Thema erfahren möchten. Es kamen einige diesem Aufruf nach und berichteten von den aktuellen Gruppen. Beispielsweise gibt es mit der Älternschule eine Gruppe, die aus Eltern und Bezugspersonen der Kinder des Platzes besteht. Die Themen kreisen aber nicht nur um Kindererziehung, sondern beispielsweise werden auch Paare unterstützt. Gemeinsam wurde dieses Jahr eine Reise nach Tamera in Portugal unternommen. Eine andere Gruppe ist „Radikal gemeinsam“. Diese Gruppe trifft sich wöchentlich und verbringt zusätzlich Anfang jeden Jahres eine Intensivzeit, in der sie miteinander im Motel auf engem Raum lebt und alle inneren Bewegungen miteinander teilt – radikal gemeinsam. Das sind nur zwei Beispiele aus zahlreichen verschiedenen Initiativen.

Neben der Bestandsaufnahme wurde bei der Matinee auch in die Zukunft geschaut – was wünschen sich die Gruppen? Hier wurde vor allem Austausch untereinander genannt. Außerdem ein wichtiger Punkt: neue Gruppen sollten bei der Gründung, sich auflösende Gruppen bei der Trennung unterstützt werden. Einige wünschten sich mehr körperliche Berührungsräume, für andere war die geistige Ausrichtung ein wichtiger Punkt. Sicherlich wird also die Liebesforschung im ZEGG weiterhin vielfältig bleiben, verschiedene Aspekte beleuchten und für jeden Menschen, der eine Gruppe sucht, wird sich das Passende finden.

Das Pfingstfestival im Juni öffnete dann einen größeren Raum. 350 Teilnehmer*innen konnten ebenso wie ZEGG-Bewohner*innen viele Inspirationen mitnehmen zum Thema Sexualität, Liebe, Beziehungen. In den Gruppenzeiten probierten die Besucher*innen aus, wie es sich anfühlt, sich mit anderen Menschen über intime Themen auszutauschen. Einige hatten die Chance das Forum auszuprobieren, das auch in vielen Liebesforschungsgruppen des ZEGG angewendet wird.

Die Festivals und Seminare im ZEGG wären gar nicht möglich ohne die vielen Bewohner*innen, die nicht nur während der Festivals unermüdlich arbeiten, sondern vor allem auch das ganze Jahr über unter anderem in der Liebesforschung die Themen bewegen. Und so wie Pfingsten wird auch das Sommercamp inspiriert durch den bewussten Umgang mit Liebesthemen innerhalb der Gemeinschaft.

Von Annik Trauzettel



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