Newsletter 6.19.2Die Klimakrise beschäftigt auch die Menschen im ZEGG. Viele haben an den Demonstrationen von Fridays for Future in Belzig und Berlin teilgenommen und viele sind zur Rebellionswoche von Extinction Rebellion gefahren. Wir bieten als Ökodorf einen Entwurf für ein nachhaltigeres Leben an. Wir gehen bewusst mit den Ressourcen um, die uns zur Verfügung stehen und versuchen einen Kulturwandel zu erreichen,in dem Fülle nicht gleichbedeutend mit Konsum ist.

Gleichzeitig hinterfragen wir auch immer wieder unsere individuellen Entscheidungen, zum Beispiel bei persönlichen Anschaffungen oder Reisen. Bei all dem ist es für uns dennoch wichtig, uns zu positionieren, ein gesellschaftliches und politisches Umdenken zu fordern.

Die große Demonstration von Fridays for Future fiel mitten in unsere September-Intensivzeit, die dem Zusammenkommen innerhalb der Gemeinschaft und dem Austausch unter uns dient. 45 Menschen fuhren schließlich am 20.9. gemeinsam nach Berlin, also fast die Hälfte des ZEGG. Empfang und Küche blieben bis auf eine Minimalversorgung für die Gäste geschlossen. „Kulturwandel! Gemeinschaften & Ökodörfer / Werkstätten nachhaltiger Zukunft“, war auf unserem Banner zu lesen, welches wir auf der Demo trugen. Denn wir sind nicht nur „dagegen“ und fordern einen Wandel, sondern wollen auch unsere Lösungsansätze präsentieren.

In der Intensivzeit im September wurde in den Tagen, in denen wir im ZEGG zusammenkamen, auch noch einmal herausgearbeitet, dass Verantwortung für die Zukunft des Lebens / Nachhaltigkeit zu unseren Hauptwerten gehört. Das ist nicht neu, begleitet uns das Thema doch seit Gründung des ZEGG und dennoch gilt es immer wieder zu überprüfen, ob unser Handeln sich lebensfördernd auswirkt und was wir noch verbessern können, damit nachfolgende Generationen ein Zuhause haben. Auch das unangenehme Thema Flugreisen – sei es, weil internationale Gäste zu uns kommen, sei es, weil Menschen von uns als Trainer*innen international unterwegs sind – wurde dabei nicht ausgespart.

Anfang Oktober fuhren dann viele ZEGG-Bewohner*innen und auch Menschen aus dem Freundesnetzwerk rund um das ZEGG zur Rebellionswoche der Bewegung Extinction Rebellion. Ein „Aufstand gegen das Aussterben“ war von der Bewegung ausgerufen worden. Auf einem großen Transparent an der Siegessäule war zu lesen: „Entschuldigen Sie die Störung, aber es geht ums Überleben“. Mit gewaltfreien, friedlichen und bunten Aktionen wurden eine Woche lang verschiedene Plätze, Straßen und Brücken in Berlin blockiert, Demonstrierende wandten sich an politische Institutionen wie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und die Parteizentralen verschiedener Bundesparteien. Menschen aus dem ZEGG waren dabei an verschiedenen Orten präsent und auch unsere Performance-Gruppe trat immer wieder künstlerisch in Aktion.

 

Auch wir als Gemeinschaft und Ökodorf sind Teil der aktuellen Klimabewegung. In der heutigen Krise besteht die Chance, inneren und äußeren Wandel zu verbinden. Ein gesellschaftlicher Wandel, wie er nötig ist, um die Erde zu retten, ist kaum möglich, ohne, dass sich Menschen auch innerlich bewegen und sich mit ihren Gefühlen und Bedürfnissen beschäftigen. Das ZEGG steht für den Kulturwandel, den es braucht. So ist es nur folgerichtig, dass wir dabei sind – beim Blick nach innen genau wie nach außen.



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Im ZEGG leben 100 Menschen gemeinschaftlich zusammen. Wir sind Modellprojekt für ein sozial und ökologisch innovatives Leben und Wirtschaften. Dabei interessiert uns, wie nachhaltige Entwicklung funktioniert - für jede/n Einzelne/n und für die Gesellschaft als Ganzes. Wir legen Augenmerk auf die sozialen, spirituellen, ökonomischen und ökologischen Aspekte dessen, was wir tun.

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