In einer Pflanzaktion wurden in der letzten Woche über 250 Bäume auf dem Gelände des Zentrum für Experimentelle Gesellschaftsgestaltung (ZEGG) und auf Flächen in der Umgebung gepflanzt. Darunter waren etwa 150 selbst gezogene Pfirsichsämlinge und Pflanzen von mehreren Baumschulen.

Beim Graben, Schaufeln und Einsetzen halfen Teilnehmer*innen der Herbstaktion. Das ist eine von verschiedenen Mitarbeitswochen, die im ZEGG über das Jahr verteilt stattfinden. Die Teilnehmer*innen arbeiten etwa sechs Stunden pro Tag und lernen die ökologischen Projekte des ZEGG kennen. Am Vormittag gibt es eine Pause am Lagerfeuer, und an einem Abend die Gelegenheit in die Sauna oder tanzen zu gehen. Das Pflanzen der jungen Bäume war nur eine der Aufgaben der Herbstaktion, neben anderen wie Gartenarbeit und Geländepflege, an der die Teilnehmer*innen aber besonders viel Spaß hatten. Sie hoben Löcher aus und füllten diese mit einer Mischung aus Terra Preta, Lehm und der vorhandenen Erde, um den Bäumen gute Startbedingungen zu geben. Rund um die jungen Bäume wurde mit Laubkompost gemulcht.

 

Pflanzaktion

Die neuen Pflanzen ersetzen meist Bäume, die in den letzten zwei Jahren durch die starke, anhaltende Dürre eingegangen sind – auf dem Gelände des ZEGG starben ungefähr 100 alte Kiefern und Birken ab. Ein Ziel ist deshalb auch, Arten zu pflanzen, die resistenter gegen Trockenheit und höhere Durchschnittstemperaturen sind. Unter den gepflanzten Gewächsen sind deshalb Baumhasel, Amberbaum, Trompetenbaum, Esskastanien, Pecannüsse, Gledizie, diverses Obst und eben die Pfirsiche. Das Pflanzen dieser Bäume ist eine wichtige Maßnahme gegen die globale Klimakrise, denn Bäume entziehen der Atmosphäre CO2. Die gewählten Baumsorten sind eine Anpassung an die sich verändernden klimatischen Bedingungen. Es ist davon auszugehen, dass der Wald in Brandenburg in 30 Jahren ein anderer sein wird. Kiefern und Birken sind den neuen Voraussetzungen nicht gewachsen, neue Baumsorten müssen gepflanzt werden.

Schon seit der Übernahme des Geländes 1991 gestaltet Achim Ecker für das ZEGG das Gelände ökologisch um. Dazu gehört Bodenaufbau durch Mulchen und seit 6 Jahren auch mit Terra Preta, das Umsetzen von Permakulturprinzipien und das Pflanzen von neuen Gewächsen mit Fruchtertrag. So entstand über die Jahre aus Ziersträuchern eine „essbare Landschaft“ mit hohem Wert für die Fauna und Insektenwelt. Der karge Platz mit mageren Rasenflächen, viel Beton und Kiefernbestand hat sich seitdem in ein Biotop für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten verwandelt. Zudem liefert nicht nur der große Garten, sondern auch Bäume und Sträucher auf dem Gelände einen wichtigen Beitrag zur Ernährung der Bewohner*innen und Gäste. So sind auch die Hälfte der neu gepflanzten Bäume solche, die essbare Früchte tragen. In den nächsten Jahren werden die Pflanzaktionen sich noch ausweiten und es werden vor allem Esskastanien und südliche Eichensorten gepflanzt.

 



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