krbisBevor der erste Nachtfrost kommt, sollten die Kürbisse geerntet sein. Auch anderes Gemüse möchte ins Lager umziehen, bevor es das erste Mal kälter als null Grad wird. Im Garten ist daher viel zu tun, berichtet Axel Lewerenz, der den Überblick über die ZEGG-eigene Lebensmittelproduktion hat.Es war ein ungewöhnliches Jahr für das Gartenteam, erzählt er im Gespräch. Im Frühjahr waren aufgrund der Corona-Beschränkungen keine Gäste mehr zu verköstigen.

In der Zeit, wo gepflanzt und angebaut wird, musste schnell entschieden werden, was an Gemüse gebraucht wird in den folgenden Monaten. Ein Überschuss an frischen Erzeugnissen und eingelagertem Gemüse aus dem letzten Jahr füllte zudem den Vorratskeller. Das Gartenteam baute deshalb für den Frischverbrauch nur noch halb so viel an. Außerdem wurde das, was die ZEGG-Bewohner nicht aufessen konnten, in einem kleinen Verkaufszelt am Garteneingang verkauft.

Die Idee war, dass die Produkte möglichst noch von Menschen aus der Umgebung abgeholt und gegessen werden sollten, bevor sie auf dem ZEGG-Kompost landen. Einige Schweine in der Umgebung bekamen dennoch hunderte Kilo Rote Beete, die nicht mehr in der Küche verwertet oder zum Verkauf angeboten werden konnte. Die Idee des Verkaufs funktionierte gut, auch wenn die Umsätze nur in etwa den Aufwand ausglichen, den Stand täglich zu befüllen. Später kam es leider zu Diebstählen aus der Vertrauenskasse, so dass die Unternehmung beendet wurde. Schließlich kamen nach einer mehrmonatigen Pause auch wieder Gäste ins ZEGG und die Küche konnte viel verwerten.

Die Anbaumengen waren, abgesehen von Salaten und anderen Waren für den Frischverbrauch, fast wie gewohnt. Einzig Rote Beete steht nur halb so viel zur Verfügung wie letztes Jahr – einige wird es vielleicht freuen, Liebhaber*innen hingegen ärgern. Vermutlich ist trotzdem genug der roten Rübe vorhanden, um gut über den Winter zu kommen. Rüben, Möhren, Kartoffeln sind gut für die Einlagerung geeignet. Ein Experiment mit Süßkartoffeln scheiterte leider an Wühlmäusen. Die kleinen Nager fraßen alles auf, ehe geerntet werden konnte. Verschiedene Sorten Kürbis und eine neue Kartoffelsorte wurden ebenfalls erstmals probiert – das Ergebnis dieser Versuche wird es demnächst auf die Teller schaffen.

Im Garten arbeiten zwei Gärtner, ein Azubi, der im Herbst bereits ins zweite Lehrjahr gekommen ist, verschiedene Freiwilligendienstler*innen und anderen Helfer*innen, die im Einstiegsprozess ins ZEGG sind oder für Mitarbeitswochen ins ZEGG kommen. Corona-bedingt konnten einige dieser Mitarbeitswochen im Frühjahr nicht stattfinden. Es gab einen kurzen Engpass, bis wieder mehr Unterstützer*innen kamen. Dabei ist die Mitarbeit nicht nur für das Gartenteam wertvoll. Jede*r Helfer*in bekommt einen Bezug dazu, wo unsere Lebensmittel herkommen. Gleichzeitig kann sie*er nachempfinden, wie viel Arbeit hinter der Kartoffel steckt, die sie*er sich nach getaner Arbeit am Buffet in Pommesform auf den Teller tut.

Eine Besonderheit ist zudem, dass das ZEGG keine Pflanzen einkauft, sondern lediglich Saatgut. Von der Anzucht bis zur Ernte kann also über das Jahr die komplette Entwicklung einer Pflanzensorte miterlebt werden. „Lehrlinge können eine Menge lernen!“, meint Axel Lewerenz dazu, wodurch die Vielfalt an Gemüsesorten und die verschiedenen Methoden der Bodenaufbereitung noch zusätzlich beitragen.

Für die Belegschaft des Gartens geht die Saison noch bis Weihnachten. Axel Lewerenz hat auch in den Wintermonaten in begrenztem Umfang etwas zu tun. Die zahlreichen Helfer*innen, die im Anbau, in der Pflege der Pflanzen und in der Ernte unerlässlich sind, können hingegen in anderen Bereichen eingesetzt werden.

 

Ob die Anbaumengen von Kartoffeln und Rote Beete richtig eingeschätzt waren, wird sich erst 2021 zeigen, wenn die letzten Reste aus dem Keller geholt werden. Jetzt kommt zunächst die Kürbissaison und Kürbis in allen Varianten ist auf dem Buffet im ZEGG-Restaurant zu finden. Hoffen wir, dass Nachtfrost noch auf sich warten lässt, bis alles geerntet ist.



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