Ena und die FreiwilligenWir sind die Freiwilligen, eine kleine Gemeinschaft innerhalb der großen ZEGG-Gemeinschaft. Wir sind acht junge Menschen - unsere Altersspanne erstreckt sich von 19 bis 39 Jahren. So viele Freiwillige, die alle für ein Jahr hier leben und arbeiten, hatte das ZEGG noch nie! Begleitet werden wir von Ena und Iris, die unser Sein hier oft mit einem großen Boot vergleichen, das es gemeinsam zu navigieren gilt. Keine so einfache Sache in den wilden Fahrwassern des ZEGG - einem so prozessorientiertem Ort mit einer Fülle an Terminen und Gruppen!

Einmal die Woche treffen wir Freiwilligen uns, um miteinander zu teilen, was uns zur Zeit bewegt, Bewegungsübungen zu machen, etc. Wir haben noch weitere Treffen in unserer Altersgruppe, die wir frei gestalten können. Berührungspunkte mit der Gemeinschaft haben wir durch die Möglichkeit, an den wöchentlichen Gemeinschaftstreffen teilzunehmen. Zur Zeit finden Gruppentreffen coronabedingt reduziert statt.

Spannend macht unsere Gruppenerfahrung, dass wir mit teils ähnlichen und teils unterschiedlichen Intentionen und Visionen hierher gekommen sind. Einige von uns möchten sich in verschiedenen Arbeitsbereichen ausprobieren und erleben wie es ist mit mehreren Menschen zusammenzuleben. Andere haben schon Erfahrungen in anderen Gemeinschaften gesammelt und sind hier, um sich dem ZEGG anzunähern und möglicherweise länger hier zu bleiben. Manche wünschen sich mehr Prozessarbeit, andere sehnen sich nach geselligem ungerichtetem Beisammensein oder mehr Zeit für sich.

Hinzu kommen unsere unterschiedlichen Hintergründe und Prägungen, was vor allem während unserer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Arbeit ersichtlich wurde: Was ist unser Verhältnis zu Arbeit? Was verstehen wir unter Verantwortung? Wo entstehen Spannungen zwischen uns? Empfinden wir Leistungsdruck? Können wir gut für unser Wohlbefinden sorgen? Was für eine neue Arbeitskultur wollen wir kreieren?

Die unterschiedlichen Arbeitsbereiche, in denen wir uns einbringen sind das Kinderhaus, der Garten, die Geländepflege, das Gästehaus und die Öffentlichkeitsarbeit. Zu unseren Verpflichtungen zählen zudem die Gleichen wie auch die der Gemeinschaftsmitglieder: wöchentliche Koch-und Spülschichten, Unterstützung bei den Festivals und Putzdienste.

Begleitet werden wir aus der Gemeinschaft von jeweils einem/einer Paten/in. Wir treffen uns mit ihnen bis zu einmal wöchentlich, um unsere Erlebnisse, Fragen und emotionale Themen zu besprechen. Von ihnen können wir persönliche Einblicke in die Gemeinschaft erhalten.

Wir hatten bisher zwei Intensivzeiten, um unsere Lernerfahrung hier zu vertiefen und als Freiwilligengruppe mehr zusammenzuwachsen. Mitte November haben wir uns mit Unterstützung von zwei Kursleiterinnen für drei Tage unserer Wut gewidmet. Es war sehr verbindend, uns in unserem Wutausdruck gegenseitig zu erleben und die Wut als Kraft in unserem Alltag und Miteinander einzuladen.

Ende November haben wir zwei Tage mit unserer Freiwilligenbegleitung verbracht. Dabei haben wir die Historie und Organisation des ZEGGs näher kennengelernt und Forum (https://www.zegg-forum.org/de/hintergrundmaterial.html) gemacht. Viel Zeit haben wir dem eingeräumt, unsere Beziehungen zu klären: Was steht unausgesprochen zwischen uns - Anspannung, Anziehung, Wertschätzung?

Da kommt schon so Einiges zusammen, da wir die Möglichkeit haben uns in verschiedenen Kontexten zu begegnen: bei der Arbeit, beim Essen im ZEGG-Restaurant, in den Gruppen, in unserer WG oder bei Veranstaltungen wie Tanzen oder Diskussionsabende. Das ist auch das Bereichernde und Herausfordernde an Gemeinschaft: Soziales Umfeld, kulturelle Angebote, Arbeit und Wohnen vereinen sich an einem Ort.

Wir leben in einer WG zusammen und haben eine ganze Etage (genannt die "Sternwarte") für uns mit Einzelzimmern und einem Doppelzimmer. Welch ein Luxus! So haben wir doch gehört, dass sich früher die Freiwilligen zeitweise zu siebt ein Zimmer geteilt haben. Im ZEGG darf man sich nun mal auf Experimente und Veränderungen einlassen.

Zur Zeit nehmen wir an Dialogen rund um den notwendigen Generationswechsel im ZEGG teil: Was braucht das ZEGG und was brauchen wir, damit sich junge Menschen hier niederlassen und ihr Potenzial entfalten?

Es bleibt weiterhin spannend und ihr werdet sicherlich wieder von uns hören.

In Gemeinschaft, Kat

P.S.: Das Foto zeigt Ena Rivíere Feder, die die Freiwilligen begleitet, mit einer Fototafel der Freiwilligen.



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Im ZEGG leben 100 Menschen gemeinschaftlich zusammen. Wir sind Modellprojekt für ein sozial und ökologisch innovatives Leben und Wirtschaften. Dabei interessiert uns, wie nachhaltige Entwicklung funktioniert - für jede/n Einzelne/n und für die Gesellschaft als Ganzes. Wir legen Augenmerk auf die sozialen, spirituellen, ökonomischen und ökologischen Aspekte dessen, was wir tun.

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