Newsletter 2.21.5„Politische Diskussionen nehmen zu. Und das ist gut so“, betont Barbara Stützel aus dem ZEGG. Damit diese nicht zu Streits ohne Verständigung oder Spaltung in Gemeinschaft oder Gesellschaft führen, braucht es Wissen und breite Information. Politische Bildung erscheint wichtiger denn je, deshalb möchte das ZEGG mit einer öffentlichen Vortragsreihe dazu beitragen. Diese startete am 11.2.2021 mit einem Vortrag und anschließender Diskussion zum Thema „Corona Integral - Die Querdenken-Bewegung aus integraler Sicht“.

Hierfür wurde Wulf Mirko Weinreich aus Leipzig eingeladen, der sich seit Jahren mit der integralen Theorie Ken Wilbers beschäftigt. Die Veranstaltung fand online und kostenfrei statt, so dass eine einfache Beteiligung von zu Hause aus möglich war.

Doch dies ist nur der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, die zum Teil von der Landeszentrale für politische Bildung gefördert werden. Insgesamt sechs Abende mit Vortragenden aus ganz Deutschland soll es bis zum Ende des Jahres geben. Bei allen geht es um einen genaueren Blick auf politische und gesellschaftliche Verhältnisse wie auch neue Ideen für die eigene Beteiligung und politische Auseinandersetzung. „Wir wollen die Erzählungen und Erklärungsmuster über „die da oben“ oder „die anderen“ oder „die“ Querdenker genauer unter die Lupe nehmen“, erklärt Annik Trauzettel und Mitorganisatorin der Reihe. Die 33-jährige hat früher Jugend- und Medienprojekte in Rumänien gestaltet und arbeitet seit knapp zwei Jahren in der Öffentlichkeitsarbeit des ZEGG: „Spannend ist, wie diese Ideen und Erklärungen zu Ängsten, Ohnmacht oder auch Verschwörungstheorien führen können“. Deshalb beschäftigt sich der zweite Vortrag mit der Frage, wie Ängste und Traumata zu politischen Einstellungen führen können und politische Diskussionen beeinflussen. Dieter Halbach spricht am 21.4.2021 zum Thema „Jenseits der Spaltung. Traumabewusster Dialog und Demokratie“.

Zum Sommer hin folgt ein Vortrag über Demokratie und direkte Beteiligungsmöglichkeiten, angefragt wird Claudine Nierth (Mehr Demokratie e.V.), sowie ein weiterer zu Kapitalismuskritik. „Gerade hier zeigt sich, wie wichtig ein genauer Blick ist“, betont Annik Trauzettel, „denn eine Kritik am Wirtschaftssystem haben sowohl Menschen mit linker wie auch rechter Gesinnung und es wird schnell unübersichtlich“. Deshalb bemühen sich die Vorträge um eine differenzierte Sicht und unterstützen dabei die eigene Meinungsbildung. Um Diversität geht es dann auch in einem weiteren Vortrag über Rassismus, der eigene Privilegien verdeutlichen und Zuschreibungen gegenüber anderen reflektieren soll. Für den Abschlussvortrag ist Mike Kauschke angedacht, der Herausgeber der Zeitschrift Evolve, um erneut das Thema „Jenseits der Spaltung“ aufzugreifen und darzulegen, wie politischer Dialog gefördert werden kann.

Mit der Reihe will das ZEGG zu einer informierten Politisierung der alternativen und spirituellen Bewegung beitragen. Diese erschien lange unpolitisch und die Beschäftigung mit Selbstverwirklichung und Erwachen wichtiger. Klimawandel wie auch die Corona-Krise haben dies geändert – auch politische Themen werden von spirituellen Menschen aufgegriffen und wollen bewegt werden. Zudem unterwandern rechte und rechtsextreme Positionen unter dem Deckmantel der Heimatbewahrung ökologische und auch spirituelle Kreise. Neben links-alternativen Ökodörfern entstehen auch immer mehr völkische Siedlungsprojekte. Die Veranstaltungsreihe soll diese Entwicklungen differenziert betrachten, Polarisierungen entgegenwirken und einen Dialog anbieten, die Möglichkeit geben, verfestigte Meinungen zu hinterfragen und neue Sichtweisen kennenzulernen. Das Ziel ist aber auch grundsätzliche politische Bildung, Wecken von Interesse und Anregung zur Partizipation an Politik. Ein ganz wichtiger Punkt ist ein Wissen um Narrative des Rechtsextremismus und Populismus, damit die Teilnehmer*innen sich nach einem umfassenden Einblick eine eigene Meinung bilden können.

Der nächste Vortrag:

21.4.2021, voraussichtlich 19:30
Dieter Halbach: „Jenseits der Spaltung. Traumabewusster Dialog und Demokratie“
Je nach geltenden Corona-Maßnahmen online oder als Präsenzveranstaltung im ZEGG

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Im ZEGG leben 100 Menschen gemeinschaftlich zusammen. Wir sind Modellprojekt für ein sozial und ökologisch innovatives Leben und Wirtschaften. Dabei interessiert uns, wie nachhaltige Entwicklung funktioniert - für jede/n Einzelne/n und für die Gesellschaft als Ganzes. Wir legen Augenmerk auf die sozialen, spirituellen, ökonomischen und ökologischen Aspekte dessen, was wir tun.

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