ChristianBlissAm 20. August 2021 ist Christian Bliss beim Joggen an der Spree in Berlin kollabiert und gestorben. Er ist nur 45 Jahre alt geworden. Wir sind traurig angesichts seines plötzlichen Todes und fühlen uns weiter mit ihm verbunden.

Christian war schon lange mit uns befreundet. Er ist als junger Mann zum ersten Mal ins ZEGG gekommen, inspiriert durch seine Schwester Mayonah Bliss.

2002 hat er den Gemeinschaftskurs besucht und war immer wieder als Gast im ZEGG. Er lebte in Berlin und war ein naher Freund der Gemeinschaft.

Christian war leidenschaftlicher Theaterspieler und Teil einer Theatergruppe in Berlin, wo er auch seine langjährige Partnerin und Frau kennenlernte. Mit ihr hat er einen 8-jährigen Sohn. Sie lebten auch nach der Trennung in zwei Wohnungen im gleichen Haus und Christian war ein engagierter Vater. Sein Sohn war das Wichtigste für ihn. Auch beruflich hat er andere Männer und Väter ermutigt, sich für ihre Gleichstellung einzusetzen.

Als Christian 2018 in die Gemeinschaft einzog, brachte er seine zahlreichen Talente und viel Kreativität mit. Er wurde Teil der Performance Gruppe und hat sie sehr bereichert durch seine Ideen und seine Spielfreude. Mit interessanten Artikeln hat er zu unserer Öffentlichkeitsarbeit beigetragen und sich außerdem dafür engagiert, die integrale Theorie ins ZEGG zu bringen. 2020 hat er das Sommercamp mit geleitet, sein Vortrag über Selbstliebe ist vielen in starker Erinnerung geblieben. Ihm war es wichtig, Theorie und Konzepte mit direkten Erfahrungen, Gefühlen und Kunst zu verbinden. Auch bei der Silvestertagung 2019/2020 brachte er sein Gespür für Rituale und seine Qualität als Raumhalter ein. Er liebte Rituale sehr, vor allem in der Natur und war sehr verbunden mit seinen Ahnen und seiner Heimat, Ettenheim am Rhein.

Christian war ein sensibler und kraftvoller Mensch. So war es ihm auch in seiner Arbeit als GfK-Trainer und mit Männern besonders wichtig, dass beides gelebt und gesehen wird: „Meine Vision ist ein Mann-Sein, das scheinbare Gegensätze vereint. Bei dem Kraft, Ausrichtung und Klarheit und zugleich auch Empathie und Berührbarkeit sein dürfen“. Er hat viele Männer auf ihrem Weg dorthin unterstützt. Im Umgang mit Frauen tat er sich nicht leicht, hoch war seine Verletzlichkeit und Aktivierbarkeit. Umso größer war sein beruflicher Einsatz für die Versöhnung zwischen den Geschlechtern. Zusammen mit seiner Schwester Mayonah hatte er 2020 begonnen, Männer-Frauen-Intensivseminare zu geben, weitere waren geplant.

Weil Christian für seinen Sohn da sein wollte, ist er zwischen Berlin und dem ZEGG gependelt - eine Zweiteilung, die ihm zunehmend zu viel wurde, so dass er im Frühjahr 2021 wieder nach Berlin gezogen ist, um ganz bei seinem Sohn zu sein. Wir sind froh, dass er Fürsorge und Liebe für sich und die Menschen in seinem Umfeld im letzten Jahr wirklich gelebt hat. Er hat sich mit vielen Ritualen aus dem ZEGG verabschiedet und seine Beziehungen geklärt, bevor er auszog. Auch dafür sind wir dankbar.

Ein weiterer Grund für seinen Auszug war das Anliegen, sich auf seine beruflichen Projekte zu konzentrieren und wirksam in der Welt zu sein, nicht nur in der Gemeinschaft. Er hatte noch viel vor um gesellschaftlichen Wandel zu unterstützen, viele seiner Projekte sind jetzt unvollendet geblieben, z.B. seine neue Website www.beyond-change.

Er fehlt uns – als Freund, Genosse, Geliebter und Mitgestalter. So fand der von ihm mitorganisierte erste Integrale Kongress im ZEGG im September 2021 ohne ihn statt. Er hätte seine Freude daran gehabt. Doch weil die Welten nicht wirklich getrennt sind, fühlen wir uns auch weiterhin mit ihm verbunden.

Es hilft uns, in Trauer nicht alleine sondern in Gemeinschaft zu sein. Einige haben nach seinem Tod täglich das integrale Totenbuch für ihn gelesen und viele gemeinsam eine Trauer- und Lichtfeier in Potsdam erlebt. Wir haben ein Ritual mit seinem Sohn und dessen Mutter gestaltet und wollen weiter in Verbindung bleiben.

Danke für alles, was er war, für seinen Humor, seine Manifestationskraft, seine Wärme und Feinfühligkeit. Wir vermissen ihn!

Von Cordula Andrae und Alicia Dieminger

 



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