KimWie alt warst du als du zum ersten Mal ins ZEGG kamst?
Kim (18): Ich war 6 Jahre alt als meine Mutter 2009 den Gemeinschaftskurs gemacht hat und hier eingezogen ist. Damals habe ich noch weiter in Haarlem (bei Amsterdam) bei meinem Vater gelebt und war immer in den Ferien da. Im ZEGG sein war für mich als Kind die absolute Freiheit und ein großes Abenteuer. Vor allem weil mein Leben in den Niederlanden das absolute Gegenteil einer offenen Lebensgemeinschaft war.

Was sind deine liebsten Erinnerungen? Und was war schwierig für dich?
In der Natur spielen zu können und mit anderen Kindern war toll! Es kam mir nicht mehr so vor als wäre ich Ein-zelkind. Erst später wurde mir so richtig bewusst, was für ein besonderer Ort das hier ist. Wenn jugendliche Freunde von außerhalb zu Besuch waren. Für mich war es dann manchmal schwierig ihnen zu erklären, was im ZEGG genau passiert: zum Beispiel die freie Liebe oder generell der offene Umgang mit Sexualität. Ich habe es dann so vorsichtig wie möglich erklärt und wenn wir einmal über den Schatten gesprungen waren, hatten die meisten gar kein Problem damit... soweit ich das erinnere :).

Wieso bist du jetzt wieder ins ZEGG gekommen? Was hast du dir erhofft und geht es in Erfüllung?
Ich mache seit September ein Freiwilliges ökologisches Jahr (FöJ) und möchte herausfinden, ob ich in Zukunft in der ökologischen Landwirtschaft arbeiten kann und wo meine Belastungsgrenzen liegen. Die körperliche Arbeit im Garten ist schon herausfordernd. Aber der gemeinschaftliche Kontext ist toll, da ich auch in Zukunft in Gemein-schaft leben und eventuell selbst eine gründen möchte. Da muss ich erstmal herausfinden, womit ich mich gut in eine Gemeinschaft einbringen kann. Obwohl ich schon jetzt einiges gelernt habe, endet meine Forschung wahr-scheinlich nicht im ZEGG.

Wie sieht dein Alltag aus und wie der Kontakt mit den anderen jungen Erwachsenen?
Ich bin hauptsächlich im Garten eingesetzt, aber wir Freiwilligen haben auch noch andere Gemeinschaftsaufgaben wie den Restaurant-Putz einmal die Woche. Ein Highlight der Woche ist das Freiwilligentreffen mit unserer Lei-tung Ena und Iris. Dort kommen wir oft an persönliche und auch Gruppenthemen ran. Dann erreichen die Treffen einen Tiefgang, der uns als Gruppe zusammenbringt und uns die Möglichkeit gibt, den anderen besser zu verste-hen. Den Kontakt mit den anderen empfinde ich als sehr schön. Zur Zeit bin ich traurig, dass einige gehen, weil ihr Freiwilligendienst endet. Ein Trost ist, dass die meisten in der Belziger Umgebung bleiben :).

In einem Satz zusammengefasst: Was ist das ZEGG für dich?
Das ZEGG ist für mich ein Ort zum Lernen: Über mich selbst, mein Gegenüber, aber auch über das generelle Zu-sammenleben von Menschen.
Danke für das Gespräch. Schön, dass du wieder hier bist!

Das Foto zeigt Kim bei der diesjährigen Kartoffelernte!

Das Gespräch führte Alicia Dieminger



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Im ZEGG leben 100 Menschen gemeinschaftlich zusammen. Wir sind Modellprojekt für ein sozial und ökologisch innovatives Leben und Wirtschaften. Dabei interessiert uns, wie nachhaltige Entwicklung funktioniert - für jede/n Einzelne/n und für die Gesellschaft als Ganzes. Wir legen Augenmerk auf die sozialen, spirituellen, ökonomischen und ökologischen Aspekte dessen, was wir tun.

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