Intensivzeit SeptemberJanuar ist im ZEGG Kalender der Monat, in dem wir traditionell (auch ohne Corona) keine Gäste haben und uns unseren internen Bewegungen widmen. So trafen sich zunächst eine große Gruppe Menschen für 5 Tage, um gemeinsam zu beleuchten, was wir unter einer transformatorischen Gemeinschaft verstehen.

Denn unser Ziel im ZEGG ist ja, mit beizutragen, dass das kulturelle Paradigma, durch welches die aktuellen Krisen ausgelöst werden, sich verändert. Dies bedeutet sowohl eine Arbeit an inneren Mustern als auch ein Aufbau von Strukturen, die das neue Paradigma repräsentieren. Aber was heißt das?

Viele Menschen erleben im ZEGG: Ich darf hier so sein, wie ich bin. Denn die gesellschaftlich geprägte Kultur verdrängt viele Ausdrücke des Lebendigen und wir möchten eine andere Kultur schaffen, in der mehr seinen Ausdruck bekommen darf. Ich darf innere Teile wahrnehmen, die ich und andere sonst eher unterdrücken. Mich mit ihnen konfrontieren, sie zum Ausdruck bringen und so meiner selbst bewusster werden. Nur, wenn ich annehme was ist, kann ich es verändern. Alles, was ich ablehne, bleibt.

Diese sehr offene Haltung kollidiert im Alltag damit, dass in gemeinschaftlichen Strukturen nicht immer alles seinen Platz hat, z.B. nicht alle individuellen Stimmungen gehören in eine Gruppensitzung. Hier gilt es sehr zu differenzieren, wann eine individuelle Wahrnehmung dem Ganzen dient und wann nicht. Feedbacks sind notwendig – und gemeinsame Lernprozesse ein essentieller Baustein eines Miteinanders. Aber auch dieser Stelle ist die Frage: wie? Denn auch ein Feedback kann unterstützen und Heilung und Transformation erzeugen und es kann Angst erzeugen, sich auszudrücken, so dass Vertrauen und Transparenz ernsthaft leiden.

So beschäftigten wir uns an diesen Tagen sowohl mit den Qualitäten und Aufgaben von Feedback als auch mit unseren Bindungstraumata, denn viele unserer jetzigen Reaktionen sind stark von früheren Erfahrungen geprägt. Und je mehr wir uns darüber bewusst werden, desto leichter fällt es, persönliche Trigger von wesentlichen Wahrnehmungen des Gruppenfeldes zu unterscheiden. Einen Vormittag widmeten wir der Spiritualität – der Basis von Verbindung unter Menschen jenseits von allen Modellen und Mustern, Forschung und Worten. Denn gerade in diesen Krisen-Zeiten, in denen Unterschiede nicht nur in Bezug auf Corona deutlicher werden und sich in Gegensätzen zuspitzen gilt es, immer wieder die tiefere Verbindung zu spüren, indem wir uns mit unserer jeweils eigenen Quelle verbinden.

Auf dieser Basis von Achtsamkeit konnten wir uns auch aktuell austauschen, wie unsere persönlichen Bewegungen in der Sexualität gerade sind, unsere derzeitigen Fragen und Entdeckungen. All diese Themen werden übrigens auch im Pfingstfestival wieder auftauchen… „Herz, Sex und Spirit. Quellen unserer Menschlichkeit in einer fragmentierten Welt“ ist der Titel des 5tägigen Begegnungs- und Forschungsraumes an Pfingsten, den Dolores Richter mit der ZEGG Gemeinschaft u.a. aus solchen Intensivzeiten kreiert.

Dann gab es noch einmal 3 Tage eine Klärungszeit mit einer externen Begleitung zu unseren aktuellen Themen und eine anschließende 4tägige Intensivzeit, in der wir uns den soziokratischen Strukturen im ZEGG widmeten. Hier ging es um Entscheidungsdomänen und die Aufgaben der Geschäftsführung.

Von Barbara Stützel



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Im ZEGG leben 100 Menschen gemeinschaftlich zusammen. Wir sind Modellprojekt für ein sozial und ökologisch innovatives Leben und Wirtschaften. Dabei interessiert uns, wie nachhaltige Entwicklung funktioniert - für jede/n Einzelne/n und für die Gesellschaft als Ganzes. Wir legen Augenmerk auf die sozialen, spirituellen, ökonomischen und ökologischen Aspekte dessen, was wir tun.

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