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Workshop Vertrauen und WirtschaftAm Freitag, dem 13.9.2013, trafen sich mehr als 30 VertreterInnen städtischer Gemeingüter-Initiativen, NachhaltigkeitsunternehmerInnen und Mitgliedern aus intentionalen Gemeinschaften zu einem nachhaltigkeitspolitischen Workshop im ZEGG. Sie tauschten sich zu der Frage aus, welche Rolle zwischenmenschliches Vertrauen bei den wirtschaftlichen und sozialen Prozessen in Ökodörfern spielt und wie solche Prozesse helfen können, nachhaltige Lebensstile in modernen Industriegesellschaften zu verbreiten. Die Tagung wurde von dem europäischen Wirtschaftsverband European Business Council for Sustainable Energy (e5) veranstaltet.

Trotz des heiklen Datums stand das Treffen unter einem guten Stern. Es ist Teil einer vom Umweltbundesamt geförderten Veranstaltungsreihe, die e5 in Kooperation mit dem Global Ecovillage Network of Europe (dem Netzwerk der europäischen Ökodörfer) in verschiedenen Städten Deutschlands durchführt, um die Gemeingüter-Ökonomie in ökologisch orientierten Gemeinschaften hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit in den Mainstream der Gesellschaft zu untersuchen. Unter Gemeingütern (auch „Commons" oder „Allmenden" genannt) versteht man eine besondere Form der gemeinschaftlichen Nutzung von Ressourcen, die weder marktwirtschaftlich noch staatlich organisiert ist. Ihr Wert für den Umweltschutz und die Gesellschaft wurden vor allem durch die Forschungen von Elinor Ostrom bekannt, die als erste und bisher einzige Frau den Nobelpreis für Wirtschaft erhielt.

Die fünf eingeladenen Referenten spiegelten die unterschiedlichen Milieus wieder, aus denen sich die Gemeingüter-Bewegung zusammensetzt. Während am Morgen Vertreter von Ökodörfern über ihre Kommunikationstechniken, Entscheidungsmethoden und wirtschaftlichen Strukturen berichteten, wurde am Nachmittag in zwei Referaten untersucht, welche Rolle Vertrauen in den modernen digitalen Gemeingütern (etwa die Wikipedia oder Linux-Software) und der commonsbasierten Ökonomie spielt. Auch wenn Unterschiede und Kritik nicht ignoriert wurden, wurden Gemeinsamkeiten deutlich: Denn allen „Commoners" ist das Vertrauen gemeinsam, dass sich der Nutzen für alle schon ergeben wird, wenn man selbst ohne unmittelbare Profitabsicht zu ihm beiträgt.

Engagiert tauschte man sich auf der Tagung auch über ein anderes Verständnis von Fülle aus: Die gemeinsame Nutzung von Ressourcen, also etwa das Teilen von Geräten, Werkzeugen oder Wissen, stellt nicht nur eine Einschränkung, sondern auch eine Befreiung von Verpflichtungen dar. In diesem Sinne sind Gemeingüter kein altbackener Wunsch nach Verzicht, sondern eine zukunftsfähige Erweiterung unseres Eigentums- und Besitzbegriffes.
Ein wichtiger Diskussionspunkt, der auch der Veranstaltung selbst zugute kam, war die besondere Kommunikationskultur, die in Gemeinschaften gepflegt wird. Könnte diese nicht ebenso in anderen Milieus (etwa bei klassisch-marktwirtschaftlichen Unternehmen oder bei der sogenannten Digitalen Bohème) eingesetzt werden, um dort unterstützend im Sinne der Nachhaltigkeit zu wirken? Es wurden aber auch Barrieren bei der Übertragbarkeit des Ökodorf-Ansatzes in andere Kontexte ausgelotet.

Insgesamt wurde konzentriert, offen und wohlwollend diskutiert. Einigkeit bestand abschließend nicht nur über den fruchtbaren Austausch, sondern auch darüber, dass dies ein Anfang eines Prozesses sein könnte, in dem die eingeladenen Gruppen und Initiativen sich wechselseitig bereichern und voneinander lernen können.
Dass ZEGG würde sich freuen weiterhin seine Erkenntnisse in relevanten Bereichen mit der Allgemeinheit zu teilen.



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Im ZEGG leben 100 Menschen gemeinschaftlich zusammen. Wir sind Modellprojekt für ein sozial und ökologisch innovatives Leben und Wirtschaften. Dabei interessiert uns, wie nachhaltige Entwicklung funktioniert - für jede/n Einzelne/n und für die Gesellschaft als Ganzes. Wir legen Augenmerk auf die sozialen, spirituellen, ökonomischen und ökologischen Aspekte dessen, was wir tun.

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