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Hella Suderow und Christian Schumacher Im  gemeinschaftsinternen „Making Love Retreat“ vom 5. bis 12. Januar nahmen zwölf Paare aus der ZEGG-Gemeinschaft (davon drei Paare, bei denen einer der Partner außerhalb der Gemeinschaft lebt) an einer Paarwoche, dem „Making Love Retreat“ teil. Das war  nach dem Seminar mit Clinton Callahan und unserer Liebesintensivzeit im Dezember (und parallel zu einem 10tägigen Treffen von „Radikal gemeinsam“) die dritte tiefgehende Gemeinschaftszeit innerhalb eines Monats.

Hella Suderow und Christian Schumacher sind eine von derzeit vier Paaren weltweit, die von Diana Richardson autorisiert wurden, ihren Ansatz des SLOW SEX als eine innere Forschungsreise für Paare anzubieten.Die Woche war ein klar strukturiertes Retreat mit viel Körperarbeit und Entspannung, Meditation, Erfahrungs-und Heilungswissen. Alle Paare hatten sich für diese Zeit aus ihrem und dem ZEGG-Alltag verabschiedet.

Am Vormittag gab es Yoga, Bewegung, Übungen zur Eigenwahrnehmung und zur Verankerung, also zum bewussten Ankommen in uns selbst und unserem Körper. Von dort aus dann die Begegnung und das anschließende „Seelengespräch“ der Paare und schließlich die Gelegenheit zum Austausch in der Runde sowie Inputs zu den Aspekten von Slow Sex und Tantra
Nachmittags gab es die Möglichkeit, auf dem eigenen Zimmer als Paar Zeit miteinander zu verbringen, um sich dem Erforschen der vorgeschlagenen „Liebesschlüssel“ zu widmen - Werkzeugen zur Bewusstheit im Liebesspiel – oder mit dem zu sein, was an Themen, Blockaden oder Bedürfnissen nach eigener Klärung auftauchte.
Danach trafen wir uns täglich zur einstündigen Kundalini-Meditation.

An den Abenden beschenkten uns Hella und Christian mit Ritualen der Berührung und der tantrischen Begegnung.
An einem Vormittag und Abend trafen sich die Frauen und Männer unter sich.

Im Slow Sex steht das Erreichen eines Orgasmus nicht an erster Stelle. Vielmehr ist es das Anliegen, einen entspannten, absichtslosen sinnlich-sexuellen Raum zu erschaffen, in dem ein Mehr an Intimität und Nähe, ein Vertiefen der partnerschaftlichen Bindung und Begegnung  und die Erfahrung des Liebemachens als eines Raums der Heilung möglich wird.

Spannend und fruchtbar war der Austausch über die Frage, in welchen Formen der Beziehung (monogam, polyamor, offen usw.) diese tantrische Sexualität erfahrbar wird.
Dabei schätzen Hella und Christian, die seit neun Jahren selbst ein Paar sind und seitdem monogam leben, den mit dieser bewusst gewählten Verbindlichkeit gegebenen Raum als für sich selbst unterstützend und hilfreich. Auf diese Weise können sie gemeinsam tief in die durch Slow Sex ermöglichten inneren Räume eintauchen und diese erforschen.

Das Wissen um den Energiekreislauf und die Dynamik der weiblich-männlichen Polarität öffnete den Blick auf das eigentliche Potential für Heilung im Liebemachen, die  jedoch nach Ansicht der Beiden in der Regel einen sehr geschützten Raum benötigt.
Es sind die empfänglichen Pole, die sich häufig verschließen, also das männliche Herz und der weibliche Schoß. Die dynamischen Pole gehen dann eher in die Verhärtung: der männliche Lingam über die  Strategie des unverbundenen „Entladungs-Sex“, das weibliche Herz über den Versuch der übergriffigen Emotionalität.

Wenn ein Paar bereit ist, die in Bewusstheit auftauchenden persönlichen und kollektiven Schmerzen und Wunden durch liebende Präsenz anzuerkennen, öffnet sich dahinter ein Raum von stiller Ekstase, die wir nicht entladen oder „herunterbringen“ müssen, sondern die unsere Verbindung nährt.
Hierbei kann ein Mehr an Liebe entstehen, die wir als Energie für uns und unseren Alltag zur Verfügung haben, und die sich dann auch auf andere Menschen ausdehnen kann.

Grundlegend für diesen Ansatz ist u.a. die Unterscheidung von Emotionen und Gefühlen: „Liebe ist ein Seins-Zustand. Das Auf und Ab in einer Liebesbeziehung sind die Emotionen.“
Aus dieser Sicht ist neben unserem Reservoir an unausgedrückten Gefühlen und den Reaktionen des wertenden, nicht-fühlenden Verstandes, der „konventionelle Sex“ eine der drei Hauptquellen für trennende Emotionalität im Unterschied zu echten, verbindenden Gefühlen.

So ist dieser Prozess auch ein Weg der Verlangsamung, des Innehaltens und der Dekonditionierung, ein Weg der Heilung und letztlich eine wirkliche Kulturarbeit. Denn, so Christian, „unsere heutige Kultur ist fixiert auf den dynamischen Pol, die empfänglichen Pole werden andauernd verletzt.

“Es geht also nicht um eine neue Technik des Liebemachens, sondern um eine Entscheidung für eine  andere, bewusstere, „tantrische“ Haltung zum Leben:
im bewussten Umgang mit dem eigenen Körper, in der bewussten Lebensgestaltung, in unserem Kontakt zur Alltagswelt.
Aus dieser täglichen Bewusstheit, der Verlangsamung und Entspannung und  der immer wieder erneuerten Verankerung in sich selbst kann jene Präsenz entstehen, die in die Räume des heilenden Liebemachens führen kann. Wenn wir auf „Widerstand“ gegen diese Form des Liebemachens in uns stoßen, kann dahinter in Wirklichkeit ein Widerstand gegen das Präsent-Sein für das, was wir in uns entdecken, liegen.

Auch geht es nicht um ein Entweder-Oder - entscheidend ist die Bewusstheit:
„Du kannst alles tun, dabei nimm bewusst wahr, wie es dir währenddessen und danach ergeht – und lerne daraus!“

Wie integrieren wir Slow Sex in den Alltag?

  • Bewusstsein über meine Intention beim Liebemachen
  • Der Schlüssel für mehr Bewusstheit ist der eigene Körper
  • Verankerung in uns selbst und unserem Körper,  „innen und unten“
  • Verankerung im Alltag, immer wieder. „Von dort öffnet sich das Herz.“
  • Entspannung und Verlangsamung - Lernen, immer wieder innezuhalten
  • Gefühle von Emotionen unterscheiden lernen
  • Tantrisches commitment mit mir selbst: Entscheidung/Prioritäten für mein Leben, auch unabhängig vom Partner
  • Liebesschlüssel  ( „tools, but no rules“ ) für mehr Bewusstheit, aber nicht als Technik
  • Entscheidung, die Werkzeuge für Bewusstheit zu benutzen
  • Loslassen, wenn die tantrische Erfahrung zu einer Erwartung wird

Zum Abschluss gab es viel herzliche Wertschätzung für Christian und Hella – für ihre achtsame, humorvolle Präsenz, für die Schönheit der von ihnen gestalteten Räume, die weiblich-männliche Balance der Leitung, die bewusst gestaltete Choreografie dieser Woche und den Reichtum der vermittelten Werkzeuge.
Die Kraft und Schönheit wurde spürbar, wenn Menschen etwas weitergeben, was sie als ihre Herzensangelegenheit lieben und praktizieren, verbunden mit der Offenheit, dazuzulernen und dem Bewusstsein für die kulturelle Dimension einer solchen Heilungsarbeit.

Dass wir diese Erfahrung als miteinander in Gemeinschaft lebende Paare machen konnten, die schon lange in der Liebe und Sexualität forschen und experimentieren, gab dieser Paarwoche einen besonderen Klang.
Vor allem durch die gemeinsamen Sharingrunden konnten wir vieles, auch Neues, voreinander zeigen und voneinander sehen und uns von den Erfahrungen der andern inspirieren lassen.

Informationen zur Arbeit von Hella Suderow und Christian Schumacher: www.paarweise.info



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