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WebWorker für Joomla! gesucht

Wir suchen ein bis zwei Personen mit guten bis sehr guten Kenntnissen in Joomla!, die Lust hat in unserem hauseigenen Team an der Neugestaltung unser Internetpräsenz mitzuarbeiten.

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Ursel Geb 8.15.Thomas 13 Barbara Stützel trifft Ursel Groeger in ihrer 1 Zimmer Küche Bad Wohnung, 50 Meter vom ZEGG Restaurant entfernt. Vor einigen Jahren ist sie in unsere Gemeinschaft gezogen, auch weil ihre Tochter Almut schon seit Beginn der 90er Jahre im ZEGG lebt.Barbara möchte mehr Details aus ihrem Leben erfahren. Die noch rüstige weißhaarige Dame empfängt sie gleich mit Fotoalben:

 Guck mal da, November 1996 – da habe ich das erste Elterntreffen organisiert. Zusammen mit der Mutter von Petra. Uns verbindet eine Gemeinsamkeit – unsere Söhne und Töchter leben im ZEGG. Die habe ich alle angeschrieben von Hannover aus. Durch die Trefen habe ich Eltern kennengelernt, mit denen ich heute noch verbunden bin.

Ich bin oft zu Seminaren ins ZEGG gekommen, oder habe meine Tochter Almut besucht. Ich habe immer die Verbindung zu meinen Kindern gehalten. Dann war ich einmal da, als sie im Wohnblock Weihnachten gefeiert haben. Es war ein sehr schönes Fest. Am zweiten Weihnachtsfeiertag zeigte mir Almut eine Wohnung, die gerade ausgebaut wurde. Wäre das nicht was für dich? Fragte sie mich. Ich hatte ihr immer gesagt, wenn ich mal nicht mehr kann, dann holst du mich ins Zegg. Sie meinte, komm doch lieber, wenn du noch kannst. Das bracht dann alles ins Rollen. Ich hatte gar nicht vor, aus Hannover auszuziehen. Da wohnte ich seit 12 Jahren in einer Frauen –WG, ein Verein für gemeinschaftliches Wohnen im Alter. Wir hatten eine schöne Stadtvilla. Ich wohnte da gut in der Stadtmitte, zum Einkaufen und zum Theater und Opernhaus waren es kurze Wege.

 Barbara: Und wieso bist du dann weggezogen?

Ursel: Meine WG war ein gutes, aber mehr zweckmäßiges Zusammenleben, da war aber wenig Gefühl drin. Wie ich dann wieder in Hannover war… habe ich erst gedacht: Bist du verrückt? Aber dann habe ich mich dafür entschieden. Weil es mir hier menschlich angenehmer ist. Dort hatte ich den Ruf: die spinnt sowieso ein bisschen, weil ich eben auch Bücher las, mit denen sie nichts anfangen konnten. Ich hatte immer dieses Empfinden, man muss einen anderen Weg gehen. Nicht nur, was einem so vorgezeichnet ist, wie man lebt und wie man zu sein hat. Ich war immer schon so ein bisschen anders. Ich habe mehr auf Sein als auf Schein gegeben.

Mein Leben ist ein Gemeinschaftskurs. Ich habe immer Gemeinschaft in meiner Wohnungen gehabt, schon früher war das Haus offen für die Freunde meiner Kinder.

Wenn sie abends ihre Feten in Hannover hatten, dann schliefen sie bei uns oben.

 Barbara: Was vermisst du hier?

 Ursel: Wenn ich etwas vermisse, dann die kulturellen Dinge. Theater Konzerte, das ist ja nur manchmal hier, daher nehme ich das alles mit. Aber wenn ich was hier habe, das ist mehr innige Freundschaft. Ich habe hier auch meine Beziehungen zu Männern, die sind anderer Art, sie sind nicht mehr sexuell, aber herzlich freundschaftlich auch mal mit umarmen… Es ist schon nett, auch mal von einem Mann umarmt zu werden. Und ich weiß, sie würden mir jederzeit helfen wenn ich Probleme hätte. Im Grunde würden mir alle helfen, aber manche eben besonders.

 Barbara: Wie ist so dein Alltag hier?

Ursel: Ich habe eine schöne Wohnung, ich kann ruhig mein Leben leben, ich habe immer wieder neue Bücher, die mich sehr inspirieren. Und ich habe ja meinen Kulturkreis und die Bibelfrauen in Bad Belzig. Ich stehe jeden Morgen um 7 Uhr auf und gehe zur Meditation um 7.30 Uhr. Das brauche ich irgendwie, um meine Gedanken in den Tag zu bringen.

Danach frühstücke ich hier meistens alleine. Zum Frühstück gucke ich Nachrichten, weil ich wissen will, was auf meinem Planeten los ist. Und dann habe ich noch einen Job, der heißt: „hast du mal und kannst du mal“. „Hast du mal einen Knopf.“ „Ich brauche für meinen Bauwagen Gardinen.“ „Kannst du diese Hose noch flicken?“ Ich mache das immer so gut, wie ich es kann. Was ich kann, mache ich gerne. Dass ich nichts zu tun habe, das kann ich nicht sagen. Ich mache das umsonst. Finanziell ist es ja so, das ich von meiner Rente gut leben kann.

Barbara: Und wie geht es dir jetzt hier?

 Ursel: Es ist eine liebevollere Gemeinschaft als meine sechs Frauen in Hannover. Viel mehr Nähe. Außerdem habe ich natürlich meine Tochter hier. Das ist auch schon mal was. Ich denke, ich werde hier sterben, ich werde nicht noch mal umziehen. Das hier ist die letzte Stufe.

 Barbara: Danke für diese schönen Einblicke.



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Im ZEGG leben 100 Menschen gemeinschaftlich zusammen. Wir sind Modellprojekt für ein sozial und ökologisch innovatives Leben und Wirtschaften. Dabei interessiert uns, wie nachhaltige Entwicklung funktioniert - für jede/n Einzelne/n und für die Gesellschaft als Ganzes. Wir legen Augenmerk auf die sozialen, spirituellen, ökonomischen und ökologischen Aspekte dessen, was wir tun.

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