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sommercamp16-2Ein Kurzbericht vom Netzwerktag auf dem diesjährigen Sommercamp im ZEGG:

Fragende Gesichter beim Eintreten der Gäste ins Zirkuszelt. Irgendwas ist anders. Seit zehn Tagen sind sie beim Sommercamp im ZEGG, aber jetzt am vorletzten Tag sind unbekannte Menschen auf der Bühne. Es sind weder Gäste noch BewohnerInnen, sondern Menschen aus dem regionalen Umfeld, den alternativen Kreisen im Hohen Fläming, die heute das Programm gestalten werden.

„Ich erlebe hier eine besondere Qualität des Miteinanders, die auch durch das ZEGG geprägt ist“, sagt Dieter Halbach, Hauptredner an diesem Tag. Der Begründer des Ökodorfes Sieben Linden ist vor einem Jahr nach Bad Belzig gezogen. „Selbst im Supermarkt kann ich mit Menschen aus dem Netzwerk in ein tieferes Gespräch kommen, weil ich weiß, dass uns Werte verbinden. Für mich ist das Netzwerk im Fläming wie eine große Gemeinschaft und das macht die Region für mich und andere Menschen so attraktiv.“

Das Netzwerk Fläming ist aus vielen Bausteinen entstanden. Da sind Menschen aus der Gemeinschaft ZEGG ausgezogen, weil ihnen das Leben mit so vielen MitbewohnerInnen zu viel war. Andere, weil sie den Seminarbetrieb mit den ständig wechselnden Gästen mit ihrer Sehnsucht nach Ruhe und Zurückgezogenheit nicht vereinbaren konnten. Oder auch Menschen, die sich von den herzöffnenden Begegnungsräumen der Workshops und Festivals im ZEGG zwar angezogen fühlen, aber nicht in einer Gemeinschaft leben wollen. Oder auch Menschen, denen einfach die Landschaft gefiel, in den Fläming zogen und die dann feststellten, dass es hier eine Menge Menschen gibt, die versuchen, ein erfülltes, lebendiges Leben jenseits von Leistungsdruck und Wachstumswahn zu leben.

Es könnten weit mehr als 400 Menschen sein, die so in den Fläming kamen. Tausend Einzelpersonen haben sich in den Emailverteiler des Netzwerkes aufnehmen lassen, nicht gezählt die Familien, die dazu gehören. Sie teilen miteinander vielfältige Aktivitäten: jeden zweiten Sonntag Sauna im ZEGG, am Wochenende Konzerte in Mals Kulturscheune in Wiesenburg, Kinoabende im Wohnzimmer und Geburtstagsfeste. Es gibt Arbeitsgruppen zu Themen wie Energieversorgung oder Antirassismus, die sich auch politisch vernetzen. Im letzten Jahr entstand ein Treffpunkt, bei dem sich Flüchtlinge mit Deutschen zum Austausch treffen.

„Neu Hinzugezogene berichten sogar, dass sie das Angebot wesentlich reichhaltiger finden als in einer Großstadt, weil sie zu vielen Themen erst über den Kontakt zu konkreten Menschen und Freundschaften einen Bezug entwickeln“, sagte Barbara Stützel, die seit 2001 im ZEGG lebt. Zur Qualität dieses Netzwerkes sagt sie: „Es ist eine Kultur von gemeinschaftlichem Miteinander entstanden, die auf Freundschaft aufbaut, eine Kultur, in der Selbstverantwortung und gegenseitige Unterstützung Ausgangspunkte sind für einen anderen Umgang mit der Welt.“

Es gibt kleinere Gemeinschaften, Wohngemeinschaften, Familien und Singles. Z.B. die Hofgemeinschaft Lübnitz. Die zweitgrößte Gemeinschaft im Fläming mit ca. 40 Frauen, Männern und Kindern betreibt einen Bioladen. Dort wird ein großzügiges Sortiment an Bio-Produkten, teils aus eigenem Anbau, mit integriertem Café und Szene-Treff angeboten. Es wird selbstversorgend in solidarischer Landwirtschaft gearbeitet. Das heißt, es gibt eine kleine Bio-Landwirtschaft, die für ihre im Voraus zahlenden Mitglieder Gemüse, Fleisch, Eier, Brot, Marmeladen und Eingemachtes anbaut und verarbeitet. Selbst gebackenen Kuchen in Bio-Qualität gibt es auch im Bahnhof Wiesenburg, betrieben von der Bahnhofsgenossenschaft oder zu Konzerten in der nicht weit entfernten Kulturscheune von Malcolm St. Julia Bown (Mal’s Scheune) in Wiesenburg.

Die Entwicklung des „Hohen Fläming“ rund um Bad Belzig zeigt, wie die Idee von Gemeinschaft in einer Region immer mehr Fuß fassen kann und welche Chancen darin für eine nachhaltige Regionalentwicklung liegen. So sprach beim 25-jährigen Jubiläum des ZEGG Ende Juni der stellvertretende Landrat des Kreises Potsdam-Mittelmark, Christian Stein, über die Vorreiterrolle des ZEGG in Sachen erneuerbare Energien für den Fläming.

Und Dieter Halbach ergänzt: „Dadurch dass wir auch mit Nachbarn leben und gemeinsam weitere Initiativen gründen, ist es ein sich weitendes, offenes Netz! Und wo ist die Region zu Ende?“

Text: Antje Sommer/Barbara Stützel



ZEGG – Bildungszentrum gGmbH
Rosa-Luxemburg-Str. 89
14806 Bad Belzig

Telefon: +49 (0) 33841 595-100
Telefax: +49 (0) 33841 595-102

E-Mail:
Web: www.zegg.de


Im ZEGG leben 100 Menschen gemeinschaftlich zusammen. Wir sind Modellprojekt für ein sozial und ökologisch innovatives Leben und Wirtschaften. Dabei interessiert uns, wie nachhaltige Entwicklung funktioniert - für jede/n Einzelne/n und für die Gesellschaft als Ganzes. Wir legen Augenmerk auf die sozialen, spirituellen, ökonomischen und ökologischen Aspekte dessen, was wir tun.

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