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Ausbildung im Öko-Landbau

Der Bewerbungsprozess für 2017 ist abgeschlossen!



StreuobstwieseIn der diesjährigen Herbstaktion habt Achim Ecker mit Hilfe von Axel Lewerenz, Brian Holden und Kerstin Neumann aus dem ZEGG und vielen Helfern 76 Hochstamm Apfel- und Birnbäume gepflanzt. Alles sind sehr alte deutsche und Flämingtypische Sorten.

Im Zuge der Bewilligung unseres Bebauungsplans mussten wir für künftig mögliche Versiegelungen des Bodens durch Häuser- und Straßenbau, Land außerhalb des ZEGG kaufen und ökologisch aufwerten. Die größte ökologische Aufwertung geht von Acker (ökologisch wertlos) zu Streuobstwiese (ökologisch artenreich und wertvoll). Wir kauften 3 Flächen im direkten Umland von ca. 2ha. Zwei Flächen liegen in Schwanebeck, eine Richtung Grützdorf. Auf zwei der Flächen haben wir jetzt gerade die 76 Obstbäume gepflanzt.

Seit einem Jahr war Achim an der Planung. Seit Frühjahr hat er dann mit Helfern die Wiesen vorbereitet für die Pflanzaktion im Herbst. Erst haben wir sie umgrubbern müssen, damit wir dann flämintypische Gräser und Kräuter säen konnten. Achim hat ca. 600m Wildschutzzaun (recycling!) gebaut; es gab noch zwei große, alte Tore im ZEGG, die eingebaut wurden; Frederik hat mit dem Bagger die Pflanzlöcher gegraben. Dann haben wir ca. 30m³ Terra Preta Boden und 15m³ Lehm hintransportiert bzw. transportieren lassen, um den Sandboden zumindest in den Pflanzlöchern fruchtbar zu machen. Vorher musste der Zuweg noch geebnet und ausgebessert werden, damit der LKW hin kam. Die Schwarzerdeböden haben wir 2016 im ZEGG hergestellt aus selber hergestellter Biokohle aus Reissig, Urin aus unserer Sammlung, Bokashi (milchsauer vergorene Gemüseabfälle) und Herbstlaub der Stadt Bad Belzig.

Brian hat im Sommer mit vielen Helfern unsere Erde und Drahtkäfige eingebaut, gegen die Wühlmäuse. Die Drahtkäfige mussten vorher noch aus – wie gefordert – unverzinktem Draht gemacht werden. Achim hat Robinien gefällt und zu 160 Pfählen gesägt und gespalten und hintransportiert. Die Anbindungen wurden mit aufgeschnittenen alten Fahrradschläuchen gemacht. Achim hat viele Obstsortenlisten studiert und mit Kerstin und Kennern besprochen, um aus den recht wenigen erlaubten Apfel- und Birnensorten diejenigen herauszufinden, die gut für uns sind und hat sie dann in Absprachen mit den Behörden bestellt.

Es war weit mehr Organisationsarbeit, als er sich hat träumen lassen. Aber es ist gelungen und geschafft! - neben allem anderen, was im ZEGG sonst noch passiert und bewältigt werden muss. Und eigentlich wäre die Summe für diese Arbeiten über 110T€ gelegen, jetzt wird sie durch viel Recycling und die ehrenamtlichen Helfer viel, viel darunter liegen.

Doch damit war es noch nicht fertig. Als wir anfingen zu pflanzen, entdeckten wir, dass die ganzen mühsam hergestellten Drahtkäfige gegen Wühlmäuse nach nur 6 Monaten schon weggerostet waren. Eine ph-Messung zeigte, dass der Boden sauer war. Wir entschieden uns nochmal 76 Drahtkäfige zu bauen, diesmal doch aus verzinktem Draht, weil sonst die Bäume bei uns gar keine Chance haben. Das warf uns zeitlich und auch moralisch etwas zurück, weil das bedeutete, dass all die Arbeit vom Sommer nochmal gemacht werden musste. Durch den tollen Einsatz der Menschen bei der Herbstaktion und der Arbeitsleiter aus dem ZEGG hat es dann doch noch geklappt, auch mit den drei vom Sturm über die Zufahrt liegenden Kiefern, als die Bäume geliefert wurden.

Danke, danke, danke.

Nächstes Jahr wird Achim Ecker dann noch ca. 500 Sträucher in zwei lange Hecken pflanzen auf den beiden Flächen in Schwanebeck. Dann gilt es nur noch sich auf die 18 tollen Äpfel- und 11 neuen Birnensorten zu freuen, die da heranwachsen.

Ökobilanz: durch die Verwendung von Biokohle in der Herstellung von Schwarzerdeböden haben wir gleich zu Anfang ca. 20t CO2 aus der Atmosphäre entzogen und im Boden über mehr als tausend Jahre festgelegt. Die Anlage einer Wiese auf einem ehemaligen Acker und die gepflanzten Bäume binden jedes Jahr weiteres CO2 aus der Atmosphäre. Es ist also auch eine ziemlich gute Klimaschutzmaßnahme!



ZEGG – Bildungszentrum gGmbH
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14806 Bad Belzig

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Im ZEGG leben 100 Menschen gemeinschaftlich zusammen. Wir sind Modellprojekt für ein sozial und ökologisch innovatives Leben und Wirtschaften. Dabei interessiert uns, wie nachhaltige Entwicklung funktioniert - für jede/n Einzelne/n und für die Gesellschaft als Ganzes. Wir legen Augenmerk auf die sozialen, spirituellen, ökonomischen und ökologischen Aspekte dessen, was wir tun.