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logo 1Ein Tag in Ko-Kreation für gesellschaftliche Wirksamkeit
17.Februar 2018 in Berlin

„Wenn wir aufhören, die Demokratie weiterzuentwickeln, fängt die Demokratie an, aufzuhören.“

Beim ersten Lesen klingt der Satz aus Ute Scheubs Buch „Demokratie - Die Unvollendete“ für mich ganz schön unsexy. „Demokratie“ weckt Assoziationen von verstaubten Plenarsälen und scheint bis auf das Kreuzchen machen bei den Wahlen ziemlich weit weg zu sein. Und dann streift mein Blick die nächstbeste Zeitung, mir springen die haarstäubenden News von Trumps Pussy Grabbing, Afd Parolen und Fremdenhass ins Auge, und ich versinke in einem Wechselbad aus Scham, Angst, Wut und Trauer.

Und plötzlich ist das Politische und das Private wieder ganz nah beisammen: In was für einer Gesellschaft will ich leben? Reicht es, wenn ich einfach Zuschauer der Ereignisse bleibe und all meine Energie auf mein eigenes, kleines Leben in Gemeinschaft konzentriere?

Ich habe Respekt vor Menschen, die demonstrieren gehen und Kerzen für eine gute Sache anzünden wie in den 90er Jahren gegen die Golfkrieg. Gleichzeitig scheint mir diese Art von Aktivismus angesichts der Geschwindigkeit und Wirksamkeit der sozialen Netzwerke und digitalen Plattformen seltsam nostalgisch und bizarr. Aber wie kann eine Positionierung und ein aktives Mitgestalten dann im 21. Jhdt aussehen? Wenn schon nicht die Demokratie weiterentwickeln, so braucht es doch zumindest den Prozess, unserem Gesellschaftskunstwerk immer wieder neues Leben einzuhauchen, aktiv. Sonst finde ich mich tatsächlich irgendwann in einer Welt wieder, die von anderen bestimmt und definiert wird, die schwarz-weiß Denken über Pluralismus stellt und in der ich mich mit meinem Leben im ZEGG auf einmal als bedrohte Minderheit wieder finde. Vielleicht klage ich dann über den Zustand der Welt und die „Bösen da draußen“. Alles keine völlig undenkbaren Szenarien...

Viel spannender als die Opfergeschichte ist allerdings die Frage, wie wir uns wieder mit der Lust verbinden, uns zu positionieren, uns einzumischen. Wie wir im Sinne von Beuys zu Künstlern unserer gemeinsamen großen sozialen Plastik, nämlich unserer Gesellschaft, werden.

Was passiert, wenn nicht Mangel, Frust, Enttäuschung und Angst Motivation unseres Handelns oder Nichthandelns sind, sondern Gestaltungslust, Diskursfreude, Neugierde und Kreativität?

ZUSCHAUEN WAR GESTERN entstand aus der Frage, was es braucht, um diese Fähigkeiten zu wecken, damit mit Harald Welzers Worten „etwas gegen das Bestehende gesetzt werden [kann], als Gegenmodell, Vorbild, Vorschlag, Labor.“ (Welzer, Harald: Selbst Denken, Frankfurt/Main 2016, S.133)

Wir laden deshalb mit ZUSCHAUEN WAR GESTERN zu einem Tag in Ko-Kreation ein, um

- gemeinsam Antworten auf die Fragen dieser Zeit zu entwickeln und konkrete Alternativen und Lebensentwürfe auszutauschen. Wir verstehen unsere Werte als humanistisch und ganzheitlich. Wir leben ökologisch und spirituell und übernehmen Verantwortung. Wir erproben andere Lebens- und Liebesformen, vielleicht sogar in Gemeinschaft. Wir gehen mit der Komplexität des Lebens um, halten Widersprüche aus, sind mit unseren Gefühlen verbunden und zur Analyse fähig. Wir hinterfragen Kapitalismus und Patriarchat und kämpfen für die Ebenbürtigkeit von Geschlechtern und Begehren. Wir finden: Vielfalt und Lebendigkeit sind sexy!

- uns zu verbinden, Gleichgesinnte zu treffen, zu fühlen, dass wir nicht alleine sind und andere Menschen in unserer Nähe dieselben Werte teilen

- uns gegenseitig zu inspirieren, auszutauschen über Erkenntnisse und konkrete Schritte in Richtung eines zeitgemäßen Aktivismus, die wir gemacht haben oder machen wollen, aber auch über Best Practices oder Projekte, für die wir noch Unterstützung suchen

- Gemeinschaft zu erleben und zusammen nachzudenken, zu experimentieren und Neues auszuprobieren.

- unsere Positionen zurück in den öffentlichen Diskurs zubringen und am Prozess der öffentlichen Meinungsbildung teilzuhaben.

Das Ganze wird in Form eines Open Space Tages stattfinden.

Nähere Informationen findet ihr auf der ZEGG Seite oder auf Facebook

Wir freuen uns auf euch

Cordula Andrä und Simon Schramm



ZEGG – Bildungszentrum gGmbH
Rosa-Luxemburg-Str. 89
14806 Bad Belzig

Telefon: +49 (0) 33841 595-100
Telefax: +49 (0) 33841 595-102

E-Mail:
Web: www.zegg.de


Im ZEGG leben 100 Menschen gemeinschaftlich zusammen. Wir sind Modellprojekt für ein sozial und ökologisch innovatives Leben und Wirtschaften. Dabei interessiert uns, wie nachhaltige Entwicklung funktioniert - für jede/n Einzelne/n und für die Gesellschaft als Ganzes. Wir legen Augenmerk auf die sozialen, spirituellen, ökonomischen und ökologischen Aspekte dessen, was wir tun.