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WebWorker für Joomla! gesucht

Wir suchen ein bis zwei Personen mit guten bis sehr guten Kenntnissen in Joomla!, die Lust hat in unserem hauseigenen Team an der Neugestaltung unser Internetpräsenz mitzuarbeiten.

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Eatapple
wisefood.de

Eine Szene beim vergangenen Sommercamp: während einer Feedbackrunde im Großzelt geht ein Gast ans Mikrofon. Die Getränke in der Dorfkneipe seien wunderbar, aber dass man einen Plastik-Trinkhalm zum Getränk bekäme - das sei einem Ökodorf ja wohl nicht angemessen. Ob wir nicht nach Alternativen - etwa aus Edelstahl - Ausschau halten wollten? Eine ZEGG-Bewohnerin kontert: niemand behaupte, dass wir für alles eine Lösung haben. Wir seien genauso auf dem Weg wie viele andere - und wollen uns nicht vom Anspruch unter Druck setzen lassen, alles perfekt zu machen.

Soweit, so gut. Im Herbst klicke ich ein wenig auf einer Crowdfunding-Plattform herum und bin begeistert, als ich eatapple entdecke - ein Projekt, bei dem essbare Trinkhalme aus Apfeltrester hergestellt werden sollen. Noch bis Jahresende soll eine erste Charge produziert werden.  Eine Dorfkneipe, in der ich mein Getränk schlürfe und anschließend den Trinkhalm aufesse? Klingt ziemlich cool. Also bestelle ich fünfzig Stück und bezahle - wie beim Crowdfunding üblich - sofort.

Kurz vor Jahresende werde ich vertröstet: es wäre zwar möglich gewesen, die Trinkhalme termingerecht zu produzieren. Aber das Team habe sich entschieden, es "richtig gut" zu machen und den Auslieferungstermin zu verschieben, um noch etwas länger an der Rezeptur zu arbeiten. Schade - ich hatte mich schon sehr darauf gefreut, unsere Gäste zur Silvestertagung mit den Trinkhalmen zu überraschen. In den darauffolgenden Wochen wird es still um das Projekt und ich habe es schon fast vergessen, bis ich Mitte März ein kleines Paket im Postraum entdecke, ohne mich an eine Bestellung erinnern zu können. Ich öffne es, und mir strömt ein wunderbarer Apfelgeruch entgegen. Die Trinkhalme sind da!

Zwei Tage später habe ich die Gemeinschaft zum Test in die Dorfkneipe eingeladen. Bei der Gelegenheit erfahre ich von Peer, unserem Dorfkneipenwirt, dass es an gutem Willen bisher nicht gemangelt habe. Er hat bereits mit Trinkhalmen aus Glas, Edelstahl und Stroh experimentiert. Aber bei Letzteren sei der Ausschuss extrem hoch gewesen, und bei den Glashalmen war der Schwund innerhalb weniger Tage so hoch, dass es wirtschaftlich nicht tragbar war. Deshalb ist er einstweilen wieder bei Plastikhalmen gelandet. Auch verweist er darauf, dass die Trinkhalme wirklich nur einen winzigen Bruchteil seines Müllaufkommens ausmachen. Der Großteil entfällt auf Umverpackungen von Lebensmitteln, was leider auch bei Bio-Ware nach wie vor üblich ist.

Trotzdem will ich nicht so schnell aufgeben. Inzwischen produziert Wisefood die Halme auch mit Erdbeergeschmack, und ich möchte gerne eine Charge fürs Pfingstfestival bestellen. Auf der Bestellseite erschrecke ich: frühester Liefertermin 29.5. - das ist nach dem Pfingstfestival! Also frage ich an, ob da nicht doch irgendwas möglich wäre. Kurz darauf meldet sich Maximilian, sehr erfreut über meine Anfrage, und erklärt, sein Vater sei schon oft im ZEGG gewesen, und er habe auch schon lange vor, uns zu besuchen. Er werde schauen, was er tun könne. Zwei Tage später kommt die Bestätigung: ich könne die gewünschte Menge bestellen - sie werden es rechtzeitig schaffen. Ein Grund mehr, sich aufs Pfingstfestival zu freuen!

Bleibt die Frage: bringt's das? So viel Aufwand für ein paar Gramm weniger Plastik? Es ist eher ein symbolischer Akt, und trotzdem mag ich solche kleinen Initiativen, die dazu anregen, auch im Kleinen Selbstverständliches zu hinterfragen. Und ich schätze das ZEGG als Ort, an dem hundert Menschen hundert solch kleiner Veränderungen anstoßen - und damit in Summe doch etwas Großes bewegen.



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