extinction rebellion blockadeEine „Rebellion für das Leben“ wurde am Montag in Berlin vor dem Reichstag ausgerufen – hunderte Demonstrant*innen hatten sich um fünf nach zwölf versammelt, um der Regierung die Rebellion zu erklären.

Darunter waren auch etwa zwanzig Teilnehmer*innen, die aus dem ZEGG angereist waren.

Die Demonstration war von der Gruppe „Extinction Rebellion“ [Rebellion gegen das Aussterben], die sich erst im letzten Herbst in Großbritannien gegründet hatte, angemeldet worden. Extinction Rebellion möchte darauf aufmerksam machen, dass es höchste Zeit ist, die CO2-Emmisionen drastisch einzuschränken, um das Überleben der Menschheit auf der Erde zu sichern. Aus diesem Grund startete die Demonstration auch symbolisch fünf nach zwölf. Nach einigen Redebeiträgen ging ein Teil der Demonstrierenden zur Jannowitzbrücke, wo es eine weitere angemeldete Demonstration gab, bei der vor allem Musik gespielt wurde und ausgelassene Stimmung herrschte. Geplant war für den Tag auch die Besetzung mehrerer Brücken in Berlin, um auf die Forderungen von Extinction Rebellion mit Formen zivilen Ungehorsams aufmerksam zu machen. Die Aktivist*innen an der Jannowitzbrücke griffen allerdings nicht in den Verkehr ein, der ungehindert weiter fließen konnte.

Die Kernforderungen von Extinction Rebellion sind, dass Politik und Medien offen und wahrhaftig über die bevorstehende tödliche Klimakatastrophe berichten und Gesetze geändert werden, die der Bewältigung der Klimakrise im Weg stehen. Außerdem sollen die menschengemachten CO2-Emmissionen bereits bis 2025 auf Netto-Null gesenkt werden. Bürger*innen müssen im Prozess involviert werden, wie diese Ziele zu erreichen sind. Um auf die Dringlichkeit dieser Forderungen hinzuweisen, hält es die Bewegung für gerechtfertigt, mit Mitteln des zivilen Ungehorsams die Menschen aus ihrem Alltag wachzurütteln.

Eine Aktion zivilen Ungehorsams fand dann auch gleich am Nachmittag nach der Erklärung der Rebellion an die deutsche Regierung statt. Kurz nach 16 Uhr gelang etwa 200 Aktivist*innen die Besetzung der Oberbaumbrücke in Berlin mit gleich mehreren Blockaden in der Mitte der Brücke und an der Kreuzung Mühlenstraße. Die Stimmung war durchgehend friedlich und es gab keine Provokationen in Richtung der Polizei. Unter den Demonstrierenden wurden Kekse und Schokolade geteilt sowie friedliche Protestlieder gesungen. „We are here for your children!“ [Wir sind für eure Kinder hier!] und „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“, erschallte es immer wieder im Chor. Kurz vor 18 Uhr begann die Polizei schließlich mit der Räumung, die ohne Zwischenfälle verlief. Am Ende gab es weder Festnahmen, noch Verletzte.

Einige Menschen aus dem ZEGG waren bei der Besetzung der Brücke dabei, andere hatten sich der angemeldeten Demonstration an der Jannowitzbrücke angeschlossen. Obwohl die Forderungen von Extinction Rebellion radikaler erscheinen, als es bei anderen Umweltgruppen der Fall ist, lag der Fokus der Aktionen in Berlin auf Friedlichkeit und Gewaltfreiheit und es herrschte eine offene, positive Stimmung. In den kommenden zwei Wochen finden noch weitere Aktionen zivilen Ungehorsams in verschiedenen Städten Deutschlands statt. Auch in Berlin sind weitere Veranstaltungen geplant.

www.extinctionrebellion.de



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