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Kunst auf die Wand

Bevor wir die Welt wieder mal angehalten haben, brachten wir sie gemeinsam mit über 40 Kindern aus unserem Kindercamp mal so richtig in Schwung. Das Kindercamp stellte sich zum Start mal mitten im Großzelt vor. Da war viel Bewegung in der Mitte, auch Streit um die Welt, eine sitzballgroße Kugel, die wie ein Globus bemalt war. Auch wenn sie eigentlich natürlich allen gehört und jeder sie mal haben könnte, so gibt es doch manche, die versuchen sich mehr für ihre Interessen erstreiten wollen. Ähnlichkeiten zu realen Persönlichkeiten auf der realen Erde sind durchaus nicht ausgeschlossen.

Nachdem die Kinder traditionell zu Pipi Langstrumpf aus dem Großzelt gezogen waren, oblag es uns Übriggebliebenen in die Kunst einzutreten, aus der Joseph Beuys vor Jahren ausgetreten war.

Antonius Zehringer sollte uns leiten und führen, doch zunächst sprach er irritierenderweise von einem Bankschalter

und davon, dass der Schlipsträger hinter dem Schalter ihm keinen Kredit mehr geben wolle. Verwirrung zeichnete sich auf den Gesichtern im Großzelt ab. Wir hatten eine Einführung in oder eine Vortrag über Kunst erwartet und wurden enttäuscht. Kunst entfaltet sich, Fragen hinterlassend vor unseren Augen.

 

‚Was machst du, wenn du am Bankschalter keinen Kredit mehr bekommst?
Wie gestaltet sich der spirituelle Vorschlag, diese Schwierigkeit mit Leichtigkeit zu überwinden und überwindest du sie, wenn schon nicht mit Leichtigkeit, überhaupt?
Kannst du das Gefühl aushalten, dass die Welt sich gegen dich verschworen hat und in diesem Zustand weiterleben?
Von welchem Gott erhoffst du dir noch Rettung?
Niemand kann dich mehr vor den Altar der Freiheit kacken.

Du hast bei niemanden mehr Kredit, auch nicht bei Gott.

Wenn du verstehst, dass du dir keine Anleihen mehr holen kannst aus Bereichen, die du nicht mehr verantworten kannst. Und wenn du versuchst meine Worte zu verstehen, kannst du nicht gewinnen. Du kannst nicht gewinnen, wenn du nicht lernst zwischen den Zeilen zu lesen

und begreifst, dass du die Bank bist. Du bist das Kapital,

dass du immer bekämpfen wolltest, es ist dein Kapital nach dem die Welt verlangt und dein Geiz verhindert es, dass Fülle in die Welt kommt.‘

 

Aber die Worte sollten nicht graue Theorie bleiben, wir wollten sie in bunte Farben und ein buntes Treiben überführen. Künstler aus dem ZEGG und aus dem Fläming machten Angebote vom Malen über Tanzen bis hin zur Musikinterpretation. Den Nieselregen, der uns am Campus erwartete, hätten wir wohl bis vor kurzem als schlechtes Wetter oder gar schlechtes Omen bezeichnet, aber nach zwei Tagen Dauerregen war er eher eine Willkommene Abwechslung, wie sich die Wahrnehmung doch verschieben kann.

So kam nach dem ganzen Matratzentransport, Zelte trockenlegen und neue Übernachtungsmöglichkeiten auftun, doch die Erkenntnis zu Tage:

Bei Regen spürt man die Gemeinschaft doch mehr als bei Sonnenschein.

Und es ist gut, wenn einen eben diese nicht im Stich lässt, gut Gemeinschaft zu spüren, gut nicht abzusaufen, egal wieviel es regnet. In jedem Fall entwickelt sich am Campus und Drumherum eine leichte Atmosphäre in der Kunst geschah.

Wand Sendestation

 

Und was dort zum Beispiel an einer Mauer entstand, kann sich wirklich sehen lassen und wir wohl noch eine Weile an diese Aktion erinnern.

Eine Bodypaintinggruppe hatte sich ein wenig zurückgezogen, doch zum Mittagessen kamen die bemalten Gestalten ans gemeinsame Buffet. So klang die Kunst aus ohne wirklich zu enden.

Aus einer Unterhaltung nehme ich den Fetzen mit… Eine junge Camp Teilnehmerin will eine Frage formulieren: ‚…ich als Nicht-Künstler und du als Künstler…‘ Doch um eine wirkliche Antwort zu geben, muss der Künstler sie unterbrechen: ‚… als kreatives Menschenwesen kannst nicht aus der Kunst austreten, das hat Beuys schon erkannt, als er vorgab aus der Kunst auszutreten. Das kannst du als Mensch, der sein Leben kreativ immer wieder selbst hervorbringt nicht.‘

In diesem Geist glitten wir über die Mittagspause hinweg in die Regional-Gruppen hinein. Die Gruppen bilden das verbindende Glied über das Festival hinweg. Sie bieten die Möglichkeit Heimat und Geborgenheit zu finden, sich tiefer mit den eigenen Themen auseinander zu setzen, sei es mit jenen, die man von zu Hause mitgebracht hat oder die, die durch die Vormittage oder an anderen Stellen auf dem Camp ausgelöst wurden. In jedem Fall wurde keiner mit seinen Herausforderungen allein gelassen und so wurde auch hier Gemeinschaft spürbar.

Den Abschluss des Tages formte die Band Santai, die uns im Großzelt auf eine musikalische Reise durch die Welt mitnahm und trotz des zwischenzeitlichen Gewitters mit obligatorischem Temperatursturz uns nicht kalt werden ließ. Manche Hüfte wurde da geschwungen und nur wenige Füße ließen sich still halten.



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