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Herzenssehnsuchtsstein

Ich schließe meine Augen und zähle bis Zehn und wenn ich sie wieder aufmache, ergibt alles einen Sinn für mich.

Vielleicht auch ein gutes Motto für den Alltag, um anzuhalten. In jedem Fall ein tolles Lied ‚Count to ten‘ von Tina Dico, auch oder besonders, wenn es von unseren ZEGG Youngsters Artemis Zimt und Hannah Kohts interpretiert wird. Anhalten überprüfen, mich selbst wieder spüren. Um all das ging es an diesem Vormittag, den Susanne Kohts, Rotraud Rospert, Roger Balmer und eben erwähnte Hannah Kohts gemeinsam gestalteten.

Es geht um ein Thema, das von vielen als Thema Nr. 1 gesehen wird, auf jeden Fall von vielen unserer Gäste aber auch dem ZEGG als Kernkompetenz zugeschrieben wird. Susanne startete den Vormittag mit einer Untersuchung zum Thema Herzenssehnsüchte.

Das beinhaltet auch die Frage: Wie will ich lieben?

Eine Frage, die sich so bewusst nur selten gestellt wird. Was schade ist, denn wenn man nicht weiß was man will, ist es wahrscheinlicher, dass mensch es nicht bekommt. Daher doch lieber hinsehen und die Frage vielleicht gar noch erweitern. Was brauche ich wirklich? Was sind meine Herzenssehnsüchte? Was braucht mein Inneres, um leben, lieben, sich freuen zu können? Und hier auch zu differenzieren, was ist nur eine Vorstellung? Was wurde mir vielleicht nur eingeredet und ich brauche es eben gerade nicht? Vielleicht brauche ich ja viel weniger, als ich immer denke. Vielleicht habe ich schon so viel und ich kann es nur nicht sehen, weil es immer nicht genug oder das Richtige ist.

Was ist das besondere hier im ZEGG genau zu diesem Thema?

Zu dieser Frage hatten sich Susanne und Roger einen Kreis aus ZEGG BewohnerInnen eingeladen, um mit ihnen gemeinsam zu forschen, was es denn für sie sei. Die Tatsache, dass es hier einen wertungsfreien Raum gibt, eine freundliche Grundhaltung zum Thema Liebe und Sexualität und wie immer mensch sie leben will wurde herausgestellt. Auch das sinnliche Begegnung in einem Raum von Freundschaft möglich sind, bezeichneten die Liebesforscher als wichtigen Aspekt. Hier kann mensch sich vertrauensvoll einlassen.

Doch was bedeutet Vertrauen in diesem Zusammenhang?

Normalerweise ist Vertrauen so etwas wie ein Handel. Wenn du ‚das und das‘ nicht tust, dann vertraue ich dir. Wenn du mir das oft genug bewiesen hast, dann lasse ich mich auf dich ein und führe eine Beziehung mit dir. Gegenwärtig bezieht mensch sich häufig auf diese Art des Handels, wenn eins vom Vertrauen spricht.

Aber Susanne schlägt ein anderes Modell von Vertrauen vor.

Vertrauen ist eine Haltung, es geht nicht darum bestimmte Forderungen zu erfüllen, um sich Vertrauen zu verdienen, vielmehr vertraut mensch, weil es sich dazu entschieden hat und diese Entscheidung erzeugt dann wieder Vertrauen. Diese Haltung, dieses Vertrauen entsteht auch daraus, dass ich mich selbst akzeptiere wie ich bin, meine Bedürfnisse und Herzenssehnsüchte annehme und nicht verberge, aus Angst abgelehnt zu werden. Es ist auch nicht zwangsläufig mit irgendwelchen Handlungsanweisungen verknüpft. Weil ich vertraue, muss ich so oder so handeln, vielmehr lässt es mir Spielraum meine Beziehung zu gestalten, so wie es mir und meinen Gegenübers entspricht.

Dieses Vertrauen ist nicht statisch, sondern schöpferisch, es generiert durch die Entscheidung seinen eigenen Raum.

Nachdem dieser Vertrauensraum aufgebaut ist, leitet Susanne eine Übung zu den Herzenssehnsüchten an. Jeweils drei Menschen bekommen einen Stein, den sie halten, während sie den anderen von ihren Herzenssehnsüchten erzählen. Anschließend bringen sie diesen Stein gemeinsam in den Brunnen am Campus.

Dies oder etwas Besseres möge geschehen.

Nach dieser natürlichen Pause, die in andächtigem Schweigen verbracht wurden, beginnen Roger und Hannah die Gruppe mit Aufstellungen zu bewegen.

Das Spiel heißt ‚Alle die‘ und ist sehr einfach.

Sie formulieren abwechselnd Sätze, die mit ‚Alle die‘ beginnen und alle Menschen, für die diese Aussagen zutreffen gehen in die Mitte. Die beiden haben sich die eine oder andere freche Aussage rund um die Themen Sexualität, Eifersucht und Beziehung und Partnerschaft ausgedacht und wir können nun unsere Gefährten im Großzelt auf die eine oder andere Art neu sehen.

Anschließend brachte uns Rotraud ins Gedächtnis, wen wir alles dabei haben, wenn wir eine Beziehung eingehen. Sie stellte als Beispiel einen Mann und eine Frau in die Mitte gegenüber, so weit so gut. Dann stellte sie jeweils die Eltern dahinter, dann die Großeltern und so weiter. Schon bei der 5. Generation sind 62 Menschen im Spiel, die alle notwendig waren, um diese beiden hervorzubringen und die auch auf energetischer Ebene in diese Beziehung hineinwirken, was bei den Stellvertretern auch sofort spürbar war. Dies kann sowohl eine Belastung als auch ein Potential für eine Beziehung sein, in jedem Fall ist es gewaltig und eindrucksvoll zu sehen in dieser Aufstellung.  

Nach dem Mittagessen gab es die Möglichkeit noch mehr von verschiedenen Gruppen aus dem ZEGG zum Thema des Tages zu erfahren, nach den anschließenden Regionalgruppen, klang der Tag schließlich aus mit einem rauschenden Fest auf dem neugestalteten Univorplatz, in dem mensch die neuen Gedanken des Vormittags ausprobieren konnte.

Aber immer schön bis 10 zählen vorher.



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