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Warum kann die Überholung einer Heizungsanlage, bei der es staubig, dreckig und laut zugeht, ein Grund zum Feiern sein?Genau das haben wir uns in der Woche direkt nach dem Sommercamp gefragt. Denn nach drei Tagen Arbeit auf unserer Heizungsbaustelle hatte uns Beteiligte tatsächlich eine Art kollektive Euphorie erfasst.

Alle sprachen von einem besonderen Ereignis. Aber was war eigentlich passiert? Drei bis fünf Menschen hatten drei Tage lang wirklich als Team zusammengearbeitet.

Es ging um die alljährliche sommerliche Überholung, die sogenannte „Revision“, unserer Heizungsanlage. Dafür war „Jack“ Thomas Schrecker eigens aus Tübingen angereist, um die Arbeiten anzuleiten. Jack, gelernter Automechaniker und seit vielen Jahren als Lehrer tätig, hatte rund zwölf Jahre im ZEGG gewohnt und sich vielfältig im G-Team eingebracht, zuletzt auch in der Teamleitung. Die Heizungsanlage war ihm dabei besonders ans Herz gewachsen.

Um sein profundes Wissen weiterzugeben, hatte Jack die Menschen aus dem Heiz-Team eingeladen, die fälligen Arbeiten gemeinsam durchzuführen. Gleichzeitig sollte jeder Schritt dokumentiert werden, damit bei einem erneuten Personalwechsel künftig auf schriftliche Anleitungen zurückgegriffen werden kann.

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In früheren Jahren waren die nötigen Arbeiten häufig gemeinsam mit mithelfenden Gästen erledigt worden und dauerten in der Regel rund eine Woche. Diesmal war ein Team aus Mitarbeitenden des G-Teams am Start: Antonius, Tina, Georg und – ganz neu im Team und vorwiegend für die Dokumentation zuständig – Sanni.

Die Arbeiten selbst sind zumeist staubig und dreckig und an sich, wie Jack gerne zu sagen pflegt, „nicht vergnügungssteuerpflichtig“. Zum Beispiel muss man in die enge, rußige Brennkammer hineinkriechen und kann sich dort kaum bewegen.

Umso erstaunlicher war, was nach dem schnellen Abschluss der Arbeiten geschah: Statt einfach erleichtert auseinanderzugehen, waren plötzlich alle Beteiligten euphorisch. Warum?

Vielleicht liegt die Antwort in der besonderen Situation des G-Teams.

Mit sechs ausschließlich in Teilzeit angestellten ZEGGies, fünf extern angestellten Fachkräften und fünf Mitarbeitenden, die als Saisonkräfte oder Freiwillige befristet tätig sind beziehungsweise als Rentner*innen ehrenamtlich mitarbeiten, hat das G-Team eine unglaubliche Fülle sehr unterschiedlicher Aufgaben zu bewältigen. Die Spannweite reicht von IT-Technik über Bauplanung, Geländepflege, Forstarbeiten, Heizung und Sanitär bis hin zu Möbelbau, Abwasser, Tiefbau, Brandschutz oder Zeltpflege – und das ist nur eine kleine Auswahl.

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Was uns verbindet, ist unter anderem unsere Morgenrunde: Jeden Morgen treffen sich alle, die an diesem Tag arbeiten (die externen Fachkräfte nehmen meistens nicht daran teil). Eine Klangschale eröffnet die Runde, meistens wird ein kurzer inspirierender Text vorgelesen, danach geht es um die jeweiligen Aufgaben des Tages.

Und dann? Nach rund zehn Minuten strebt fast alles auseinander. Jede und jeder geht an einen anderen Ort und macht ganz unterschiedliche Dinge.

Drei Tage hintereinander dasselbe Team, im gleichen Raum, mehrere Stunden lang gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten – das haben wir uns schon oft gewünscht. In der Praxis kommt es allerdings nur sehr selten vor.

Und genau darin liegt wahrscheinlich das Geheimnis unserer kollektiven Euphorie:

Endlich mal wirklich als Team arbeiten!

Die Heizungsrevision war deshalb nicht nur eine erfolgreiche Baustelle. Sie war auch eine kleine, ziemlich staubige Erinnerung daran, wie gut es sich anfühlt, gemeinsam an einer Sache zu arbeiten – und am Ende etwas geschafft zu haben.

Georg Lohmann