Vortrag Grosszelt

Was für eine Zeit zusammen. Wir haben die sechs Aspekte der Liebe von Dolores Richter erforscht: Selbstliebe, Spiritualität, Menschenliebe, Eros, Sexualität und Beziehungsliebe. Und wir haben dabei nicht nur über Liebe gesprochen, sondern ausprobiert, wie sich diese verschiedenen Aspekte in der Festivalgemeinschaft lebendig erforschen lassen.

Das diesjährige Sommercamp stand unter dem Titel
„Verbunden im Erkunden – das Geheimnis der Liebe und der Selbstermächtigung“.

Und erkundet haben wir. Wir haben viele neue Experimente gewagt – unter anderem mit Gerrit und mir (Zora) in der Leitung – das jüngste Leitungsteam, das es bislang im Sommercamp des ZEGG gab.

Wir haben die Chance im diesjährigen Sommercamp genutzt, um einige der Fragen, die uns wichtig sind, noch stärker ins Zentrum zu rücken.

Was entsteht, wenn unterschiedliche Generationen, Erfahrungen und Lebenswelten zusammenkommen? Wie wird Vielfalt zu Verbindung?

Unser Anliegen ist es, dass sich möglichst viele Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Hintergründen und aus verschiedenen Generationen hier wohl und sicher fühlen und neue Erfahrungen machen können – an einem Ort, der Liebe, Beziehungskultur und Sexpositivität so stark in seiner DNA trägt. Ein wichtiger Aspekt, den wir bei diesem Festival stärken wollten, ist das Bewusstsein.

Performance Großzelt 26

Bewusstsein über Macht und Rang. Über patriarchale Strukturen. Darüber, dass es unterschiedliche Wahrnehmungen von Situationen gibt. Und über die Verantwortung, die mit Beziehungskultur und gelebter Freiheit einhergeht.

Eine der Fragen, mit denen wir experimentiert haben, war: Was passiert in der Festivalgemeinschaft, wenn wir innerhalb aller Bezugsgruppen (Kleingruppen während der Festivals, die sich nachmittags treffen) mit derselben Konsenssprache und denselben Konsensübungen arbeiten?

Vielleicht entsteht dadurch ein gemeinsames Fundament an Sprache und Bewusstsein, sodass wir dann Eros mit mehr Verantwortung Raum geben können.
Nicht weniger Freiheit also – sondern eine wachere Freiheit.

Yael Konzert

Von Generationenübergabe zu Generationenkooperation

Wo das ZEGG lange Zeit Vorreiter in der Erforschung von Liebe und Beziehung war, haben wir Lust, Verantwortung für die Räume zu übernehmen, die wir heute gestalten. Für verschiedenartig unterstützte, wache Räume, die neue Erkenntnisse mit einbeziehen. Dabei wird uns immer bewusster, welches Privileg und welche Verantwortung darin liegen, überhaupt auf diese freie Weise forschen zu können. Vieles davon ist nur möglich, weil Generationen vor uns im ZEGG und auch an anderen Orten Pionier*innenarbeit geleistet haben, die uns diese Erfahrungen heute ermöglichen.

Und vielleicht liegt genau hier eine der spannenden Fragen für die Zukunft:
Wie gelingt Generationenübergabe - Wie gelingt Generationenkooperation?
Wir haben damit experimentiert. Nicht nur in unserem Leitungsteam, mit Dolores als Elder im Rücken, sondern auch in der Musik, bei der Gestaltung des Crowdfundings, beim Abschlussfest und bei einem Nachmittag zum Thema Generationenkontakt haben wir erlebt, welche Kraft entstehen kann, wenn unterschiedliche Generationen nicht nur voneinander lernen, sondern miteinander gestalten. Vieles davon war wunderschön. Vieles hat richtig gut funktioniert. Und manches hat uns vor allem gezeigt, wo wir weiterforschen dürfen.
Das ist ja das Schöne an Experimenten.

Band Großzelt

Und dann war da noch das Crowdfunding …

Ein Experiment, das schön aussah und schön klang, finanziell aber nicht ganz aufgegangen ist, war die Kombination aus Fundraising und offener Bühne. Viele von euch kennen vielleicht die Magie, die sich beim Fundraising entfalten kann. Für mich ist es immer wieder auch eine Form von politischer und kulturprägender Arbeit: sich mit Geld auseinanderzusetzen. Zu erleben, dass ein Projekt auf die Unterstützung vieler Menschen angewiesen ist. Zu sehen, wie Menschen andere Menschen beschenken, Dinge zusammenfinden und Geld plötzlich einfach da ist und fließen kann. Ich glaube, ich habe bei fast jedem Fundraising geweint – vor Rührung. Bei diesem habe ich eher gelacht und mitgefeiert.

Was ebenfalls revolutionär und wichtig ist – aber eben anders.
Es geht um die Sanierung der Aula als einen unserer zentralen Räume, der unter anderem energetisch saniert wird und einen neuen Holzschwingboden bekommen soll – also etwas, das uns allen zugutekommt.

Und eigentlich …
… gibt es noch so vieles mehr zu erzählen.

Vielleicht werdet ihr in Podcasts, Büchern oder Artikeln irgendwann noch mehr über die inhaltlichen Prozesse dieses Sommercamps hören und lesen können.

Mantra Sternennacht

Meine Lust war heute eine andere:

Euch ein kleines bisschen mit hinter die Kulissen zu nehmen. Euch teilhaben zu lassen an unserer Freude am Experimentieren. An den Fragen, die uns beschäftigen. Und an meiner Dankbarkeit. Dankbarkeit gegenüber der Gemeinschaft für das Vertrauen, das sie Gerrit und mir entgegengebracht hat. Und Dankbarkeit gegenüber all den Menschen, die dieses Jahr beim Sommercamp mit uns waren und ihre wertvollste Ressource in Schönheit mit uns geteilt haben: ihre Zeit.Danke, dass ihr da wart.

Und bis zum nächsten Jahr!

Zora & Gerrit

Wir benutzen Cookies
Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (z.B. Statistik & Sprachwahl). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.