
Jedes Jahr kommen Menschen unterschiedlichsten Alters zum Pfingstfestival ins ZEGG. Manche zum ersten Mal, andere jedes Jahr aufs neue. Besonders spannend ist dabei die Frage, was junge Menschen ins ZEGG zieht: Was finden junge Erwachsene hier, das sie anderswo vermissen? Was berührt sie so sehr, dass sie wiederkommen? Und wie verändert die Zeit auf dem Festival ihren Blick auf sich selbst, auf Beziehungen und auf das Leben?
Um diesen Fragen nachzugehen, haben wir beim Pfingstfestival 2026 die Twens eingeladen, ihre Erfahrungen mit uns zu teilen. Entstanden ist eine Sammlung persönlicher Stimmen, die einen Einblick geben in die Sehnsüchte, Erfahrungen und Perspektiven einer Generation.Junge Menschen, die in einer Zeit, die von sozialen Medien, Leistungsdruck, Unsicherheit und einer sich schnell wandelnden Welt geprägt ist, auf der Suche nach Verbindung, Sinn und lebendiger Gemeinschaft ist. Diese Stimmen geben nicht nur einen Einblick in das Erleben junger Menschen auf dem Pfingstfestival, sondern auch Hinweise darauf, wonach viele Menschen in unserer Zeit suchen.

Was hast du hier gefunden, das dir im „normalen“ Alltag oder in unserer Gesellschaft oft fehlt?
„Ehrlichkeit im Kontakt & eine ganz besondere, liebevolle Stimmung zwischen den Menschen. Ein Gefühl von tiefer Ruhe und Lebendigkeit. Tanz und Bewegung in vielen Momenten des Alltags.“
„Die Ruhe. Aber vor allem die Ehrlichkeit. Ich habe das Gefühl, die Leute fühlen hier ihre Gefühle und lassen sie dadurch vorbeiziehen wie Wolken. Die Scham ist kleiner, bei allem. Weil sie da sein darf und wenn sie da sein darf, dürfen es Gefühle auch.“
„Zugang zum Fühlen, zu Zärtlichkeit und Bewusstheit. Selbstkontakt. Bedingungslose Akzeptanz, Einklang mit mir selbst und mit der Gruppe, einen geschützten sozialen Raum um sich verletzlich zu zeigen.“
„Gemeinschaft. Die Verbundenheit mit so vielen ähnlich Gesinnten. Das Zusammensein mit Menschen die mit wohlwollendem Blick aufeinander schauen und die Bereitschaft sich ernsthaft und ehrlich auseinander zu setzen. Einfach ein hoch intensives Feld aus Liebe, Eros, Kommunikation und Ekstase.“
„Mich mit meinem Eros zu verbinden. Bewusst in Kontakt gehen und gehalten zu werden. Gemeinschaft, Vertrauen in der Gruppe spüren, tolle Männerfreundschaften. Ehrlichkeit. Tiefe Verbundenheit in Begegnungen und nicht Begegnungen. Wohlwollen, großes Wohlwollen. Das Gefühl ein Teil von etwas größerem zu sein.“
„Einen Raum in dem alle meine Gefühle gut eingebettet sein dürfen. Eine enge, jedoch nicht sexuelle Art des Körperkontaktes zu anderen Menschen als ein schöner Weg um miteinander in Kontakt zu sein.“
„Freiheit: Mich nicht von mir selbst und den Menschen um mich herum in Muster zwingen zu müssen Auch mal nicht funktionieren dürfen. Nicht an die Zukunft denken, sondern im Moment sein können.“
„Die Möglichkeit, so zu sein, wie ich mich fühle, das heißt nichts vorspielen zu müssen. Ich darf mit meinem ganzen Wesen auch mit meinen Ecken ganz hier sein. In der normalen Gesellschaft empfinde ich oft Druck etwas bestimmtes sein zu müssen / zu fühlen / zu denken / zu tun. Dieser Druck war hier weg.“
„Ein entschleunigtes und reflektiertes Umfeld, das anerkennt, dass du ein Mensch bist wie jede*r andere auch. Zugehörigkeit, Verbindung, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Im Kontakt zu bleiben, gehalten werden, Verbundenheit zu etwas Höherem und zur Natur.“

Was hat dich das erste Mal zum Pfingstfestival gezogen – und was lässt dich immer wieder zurückkommen?
„Das Thema, die Energie, der Austausch und das Forschen miteinander. Die Menschen, der thematische Fokus und das es kleiner und kompakter (als das Sommercamp) ist.“
„Das ZEGG zu erleben und zu erleben, welche Prozesse hier angestoßen werden. Hier wird ein wertfreier Raum kreiert, der auf Konsens, Nächstenliebe und Achtsamkeit fußt.“
Dieses Pfingsten war mein erstes Mal im ZEGG, ich kenne das ZEGG jedoch schon von Erzählungen. Ich bin sehr dankbar für den Ort und selber zu erleben was dieser mit sich bringt (und auch für die Menschen). Eine Verbundenheit zu spüren und neue Impulse zu sammeln war wie ein Aufatmen. Ein Innehalten und Hoffnung für den Alltag schöpfen.“
„Freundschaft und Lust auf mehr. Nachdem ich regelmäßig im Sommer hier war, hatte ich Lust auf einen intensiveren und konzentrierteren Raum. Hierfür steht Pfingsten für mich. Ein Raum und eine Philosophie. Der Wunsch nach Frieden, Tanz, Sinnlichkeit und Experiment, Bekannte wieder zutreffen und wertvolle Gespräche zu führen.“„Die unglaubliche Neugier an Themen wie Liebe und Sexualität. Das Gefühl hier forschen zu dürfen und unterstützt zu werden.“
„ Die Neugierde wie es sich vom Sommercamp unterscheidet. Endlich mal raus finden was Eros ist. Ein Jahr aufs Sommercamp warten ist zu lang. Sehnsucht nach den tollen Menschen. Das ist der einzige Ort an dem ich voll und ganz glücklich bin, ich möchte diese Möglichkeit nicht missen.“
„Meine Eltern, im Kinder- und Jugendcamp sein zu können und dann meine Freunde. Die Menschen und der Ort, die Natur und das Freiheitsgefühl. Die Tatsache, dass ich durchs ZEGG immer wieder zu mir komme, mein Herz intensiver wahrnehme und so viel Lebendigkeit spüre wie selten irgendwo.“
„Der Traum von einer neuen, besseren Welt. Die Sehnsucht nach Begegnung. Das unvergleichliche Gefühl am Platz und die wundervollen Menschen.“
„Der Wunsch nach mehr Ehrlichkeit mit mir und meinen Beziehungen. Neugierde auf eine andere Welt. Ich spüre immer wieder ein Zuhause-Gefühl, wenn ich im ZEGG bin. Mein FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) hier ist jetzt schon 6 Jahre her und es fühlt sich trotzdem immer heimatlich an.“

Wie verändert dich die Zeit hier – in deiner Beziehung zu dir selbst, zu anderen Menschen und zum Leben?
„Stärkt den Kontakt zu mir und meinem Körper (-bewusstsein). Dass Langsamkeit in einer schnelllebigen Welt eingeladen wird.“
„Ich lerne, dass ich schauen darf, was ich will im Kontakt und mit mir. Ich kann verschiedene Beziehungs- und Begegnungsräume erforschen und ausprobieren wie ich Verbindung und Eros, leben will. Dadurch werde ich reicher.“
"Ich durfte aufmachen. Fühlen. Ehrlich sein. Ich habe das Gefühl, dass ich alles sagen darf, was da ist. Ich habe unglaublich viele Tools bekommen und ich habe langsam eine Sicherheit in mir gefunden. Und dementsprechend auch in Beziehungen. Ich bin stolz darauf, wie ich Beziehungen führe. Und das worauf ich stolz bin, hat mir das ZEGG beigebracht.“
„Das ZEGG hat mir viel mitgegeben, mich inspiriert, mir Tools beigebracht und vor allem wunderschöne Freundschaften. Erweitert meine Selbstwahrnehmung, hilft mir mich besser zu verstehen. Und dadurch bin ich weniger angespannt und weniger verkopft.“
„Weicher, liebevoller, zarter Kontakt, den ich hier entdeckt habe und pflege. Ich lerne viel Neues und überdenke Altes von mir. Ich habe einen liebevollen Blick neuen Menschen gegenüber, Lebensfreude, Vertrauen. Das ZEGG und die Camps waren so ein essentieller und bedeutender Teil meines Lebens. Ich kann nichts anderes sagen als „Danke euch!“
„Meine Beziehungen werden ehrlicher, näher und gefühlt toller. Ich werde langsam, achtsam, liebevoll und fühle mich offener. Hier zu sein hat meine Entwicklung maßgeblich gefördert und weitergeführt.“
„Mehr Selbstliebe und Selbstannahme, mehr Verständnis für die Wesen anderer Menschen. Das Gefühl, dass wir Menschen fähig sind, in Verbundenheit zusammen zu leben. Eine Vision für neue Wege des gemeinsamen Miteinanders.“
„Der Schutzpanzer, den ich mir für die Alltags- und Außenwelt angelegt habe weicht so lange auf, bis ich mich selbst wieder vollkommen und wahrhaftig spüren kann. Ich werde weiter, sensibler, ich empfinde mehr. Ich bekomme einen Zugang zu Themen die ich sonst nur Oberflächlich greifen kann, werde nachdenklicher. Spüre mehr Liebe und Nähe.“

Die Antworten, die wir von den Twens bekommen haben, zeigen den Wunsch nach echter Verbindung, nach einem authentischen Miteinander, nach Gemeinschaft, Lebendigkeit und gehaltenen, bewussten Räumen, in denen Menschen sich so zeigen dürfen, wie sie wirklich sind.
Sie zeugen von einer Freude sich innerlich weiter weiter entwickeln zu können und mutig weiter zu gehen. Danke an Alle, die sich hier so ehrlich gezeigt haben.
Von Jonas Weiß
