
Die israelische Künstlerin und Filmemacherin Danielle Schwartz hat im Rahmen einer Sonntagsmatinee am 12.4. im ZEGG ihren preisgekrönten Dokumentarfilm „Mirror-Image“ gezeigt. Anschließend gab es unter den gut 20 Teilnehmenden einen regen Austausch.
Der nur 11 Minuten lange Film http://www.linktr.ee/mirror.image bringt die Zuschauer auf sehr intime Weise in Kontakt mit einer der Wurzeln des seit fast 80 Jahren andauernden Israel-Palästina Konfliktes. Er dokumentiert eine Sequenz eines Küchentisch-Gesprächs der Filmemacherin mit ihren Großeltern. Dabei geht es um einen großen, edlen Spiegel, der im Kontext der Staatsgründung Israels und der damit verbundenen Vertreibung palästinensischer Bewohner in den Besitz der urgroßväterlichen Familie gelangt ist.
Das ‚wie‘? dieses Besitzerwechsels ist nicht geklärt und der Streit um die richtigen Worte für diesen Vorgang – Gekauft? Genommen? Gestohlen? Geplündert? - löst starke Emotionen aus. Palästinenser bezeichnen die Epoche der Staatsgründung Israels als die ‚Nakba‘, übersetzt: die große Katastrophe. Man merkt sehr deutlich, dass die ausgesprochen sympathischen Großeltern am liebsten den Mantel des Vergessens über diese Vorgänge legen wollen – „wir haben damit nichts zu tun!“ und bekommt eine Ahnung davon, weshalb der Konflikt nach wie vor so unerbittlich und blutig geführt wird. Ein Kleinod!
Wer sich den Film ansehen möchte, kann dies gegen geringe Gebühr für den privaten Gebrauch unter folgendem Link tun: https://dafilms.com/film/18827-mirror-image-ger-version Für öffentliche Vorführungen, zu denen Danielle auch gerne persönlich zur Verfügung steht, nehmt bitte direkt mit Danielle Schwartz Kontakt auf: mailto: