Ein Erfahrungsbericht

Im Sommer 2026 war ich zum ersten Mal im ZEGG, beim jährlichen Sommercamp. Gemeinschaften und Ökodörfer interessieren mich schon länger. Durch die Teilnahme an Seminaren, hatte ich bereits zwei andere Gemeinschaften in Deutschland kennengelernt und konnte dort positive Eindrücke gewinnen.

Neben dem Nachhaltigkeitsaspekt spricht mich besonders das solidarische, familiäre Gefüge an, das Leben im Miteinander statt als Einzelkämpfer*in, das gemeinsame Erreichen von Zielen und das Gefühl, Dinge nicht allein bewältigen zu müssen.

 

Mich interessieren Familien- und Beziehungsmodelle, die über die klassische Konstellation von Mutter, Vater, Kind hinausgehen und auch Menschen verschiedener Generationen miteinander verbindet.

Ein Zusammenleben, das meiner Vorstellung nach unserer menschlichen Spezies viel mehr entspricht. In Gemeinschaft leben und zudem im Einklang mit der Natur, nicht gegen diese. Deshalb bin ich neugierig auf moderne Gemeinschaftsformen, die Raum für Vielfalt und Diversität bieten, genau wie das ZEGG.

Das ZEGG Sommercamp 2026 sowie seine Inhalte haben mich auf verschiedenen Ebenen angesprochen und berührt. Ferner haben sie in mir den Wunsch geweckt, außerhalb eines großen Events zurückzukehren. Den Alltag ein bisschen kennenzulernen (soweit man das in 7 Tagen kann) und auch mit der Intention zu gehen, evtl. zukünftig selbst in Gemeinschaft zu leben.

Mittlerweile befinde ich mich am fünften Tag meines freiwilligen Praktikums, bei dem ich in zwei verschiedene Arbeitsbereiche hineinschnuppern durfte. Im Geländeteam war ich viel draußen unterwegs. Dort habe ich beispielsweise Rasen ausgesät, ein Geländer gestrichen und bei verschiedenen handwerklichen Tätigkeiten mit angepackt. Diese Abwechslung hat mir sehr gefallen. An zwei weiteren Tagen konnte ich Einblicke in die Öffentlichkeitsarbeit und die damit verbundenen Aufgaben gewinnen.

Was mir am ZEGG besonders auffällt bzw. gefällt, ist die Art und Weise, wie die Menschen hier miteinander umgehen. Ich wünschte, mich würde in meinem heimischen Job während einer aufreibenden Dienstbesprechung jemand fragen, ob ich meine Füße am Boden noch spüre. Im ZEGG erlebe ich ein sehr achtsames, liebevolles Miteinander – sowohl innerhalb der Gemeinschaft als auch mir gegenüber als Gast und Praktikantin. Auch fand ich es sehr wertschätzend, dass ich bei einer vertrauensvollen Kreisleiter*innen Wahl dabei sein durfte. Dadurch erhielt ich einen kleinen Eindruck davon, wie Soziokratie in der Gemeinschaft gelebt wird.

Neben meiner Arbeitszeit, die insgesamt 24 Stunden pro Woche umfasste, hatte ich nachmittags in der Regel freie Zeit, die ich ganz unterschiedlich genutzt habe.

Auf dem Gelände und in der Umgebung lässt es sich wunderbar spazieren gehen oder Fahrrad fahren. Die grüne Landschaft, die Wälder und die Ruhe hier laden dazu ein, innezuhalten, durchzuatmen und zu entschleunigen.

Wer Lust auf weitere Aktivitäten hat, findet diese entweder im Ort Bad Belzig oder direkt auf dem ZEGG Gelände. Denn die Gemeinschaft organisiert selbst verschiedene Freizeitangebote, an denen auch ich teilnehmen durfte.

So muss man beispielsweise nicht weit fahren, um regelmäßig Yoga zu praktizieren.

Mantra singen, Meditieren oder Malen im offenen Atelier sind weitere schöne Angebote.

Wer gutes Essen und Kontakte sucht, findet im sogenannten Resto Gelegenheit dafür. Hier können Bewohner*innen und Seminarteilnehmer*innen dreimal täglich leckere, vegetarische Bio-Vollwertkost genießen. Ein sehr großer Teil des Obst und Gemüses stammt aus dem eigenen, riesigen Garten und die Gemeinschaft muss nur wenig Nahrungsmittel dazukaufen. Auch hier arbeiten täglich tatkräftige Hände bestehend aus Freiwilligen und Festangestellten.

Meine bisherige Zeit hier hat mir kleine Einblicke in das Leben und Arbeiten der Gemeinschaft ermöglicht. Ich hatte bis jetzt eine wunderbare Woche und wurde sehr herzlich aufgenommen. Hinzu kommt, dass ich viel Glück mit dem Wetter hatte und das Gelände von einem sonnigen, goldenen Herbst durchdrungen war.

Ich danke euch für diese Möglichkeit, für schöne Begegnungen und Gespräche, aus denen neue Gedanken und Perspektiven entstanden sind.

Ich komme wieder :)

von Kristina, 39 J.