reptile Seit einiger Zeit ringen wir im ZEGG um unser Verhältnis zur Go&Change Gemeinschaft. Die Konflikte und inhaltlichen Differenzen rund um das Thema kosten uns zunehmend Kraft. Wir haben deshalb als Managementkreis und Geschäftsführung beschlossen, bei Veranstaltungen der ZEGG Bildungszentrum gGmbH bis auf weiteres nicht mit G&C zusammenzuarbeiten.

Die Kontakte einzelner Gemeinschaftsmitglieder zu G&C betrachten wir als deren Privatsache und haben die G&C-Gemeinschaft aufgefordert, den Link zum ZEGG von ihrer Webseite zu entfernen. Unsere Kraft wollen wir jetzt der Klärung der Spannungen innerhalb der ZEGG-Gemeinschaft widmen. Und wir wollen unseren Gästen weiterhin inspirierende und transformative Bildungsangebote bieten.


Im Jahr 2017 sind wir auf die junge Go&Change-Entwicklungsgemeinschaft in Lülsfeld aufmerksam geworden. Aus einem Interesse an deren Ideen und Methoden haben wir sie im September 2018 eingeladen, an einer Gemeinschaftszeit im ZEGG mitzuwirken. Danach führten einige aus der ZEGG-Gemeinschaft den Kontakt weiter, es fanden Austausch und gegenseitige Besuche statt.

Von diesem Anfang an ringen wir in der ZEGG-Gemeinschaft um eine gemeinsame Haltung zu G&C. Das Meinungsspektrum reicht dabei von sehr inspiriert über ambivalent/neutral bis sehr kritisch. Einerseits gibt es zwischen beiden Gemeinschaften inhaltliche Übereinstimmungen. So teilen wir den Ansatz, dass für einen gesellschaftlichen Wandel menschliche Innenarbeit wichtig ist. Was andere Themen wie z.B. Bewusstseinshierarchie betrifft, gehen die Meinungen stark auseinander. Ebenso bei der Frage, was gesunde Methoden für gemeinschaftliche Entwicklungsarbeit sind. Einigen ist die Herangehensweise von Go&Change schlicht zu massiv und invasiv.

Der Artikel von Emil Friis 'How a Psychedelic Sex Cult Infiltrated a German Ecovillage' war der letzte Anstoß, uns jetzt auch öffentlich zu äußern. Auf Emil Friis Schilderungen seiner Erlebnisse beim Sommercamp, die ja auch persönlicher Natur sind, gehen wir hier nicht weiter ein. Nur soviel: Die Vorgänge rund um die Abreise von Emil Friis und seiner Verlobten hätten wir gerne respektvoller gestaltet. Für unseren Anteil an dieser missglückten Abreise entschuldigen wir uns hiermit auch öffentlich.


Anders als das ZEGG ist G&C eine neue und altersmäßig junge Gemeinschaft, die in der Aufbauphase ist. Wir finden es grundsätzlich wichtig, neuen Gemeinschaftsprojekten Unterstützung und Spielraum zu gewähren. Und: Dieser Spielraum hat Grenzen, deshalb gehört genaues Hinschauen dazu. Gerade durch ihren Laborcharakter sind neue Gemeinschaften anfällig für Fehler in sensiblen Bereichen (Macht, Sexualität, Zugehörigkeit, Trauma u.ä. mehr).

Das ZEGG wurde in seinen Anfangsjahren Anfang der 90er mit Sektenvorwürfen konfrontiert. Die meisten der damals erhobenen Vorwürfe waren falsch oder stark überzogen. Wir haben selbst erlebt, dass es Anfeindungen von Aussteiger:innen aus Frustration heraus gab, die ungeprüft übernommen wurden. Das bedeutet aber nicht, dass an solchen Vorwürfen nichts Wahres sein kann und entbindet nicht von genauerem Hinschauen. Hinweise auf Grenzüberschreitungen im Kontext der Entwicklungsarbeit von G&C nehmen wir ernst. Wenn an diesen Berichten etwas wahr sein sollte, grenzen wir uns klar davon ab.

Entwicklung

Als Gemeinschaft, die Leben, Arbeit und Liebesleben teilt, bewegen wir uns in der ZEGG-Gemeinschaft in durchaus experimentellen sozialen Räumen. Wir unterstützen uns in unserer persönlichen Entwicklung. Dabei respektieren wir die Autonomie und das Gewordensein des Einzelnen, auch vor dem Hintergrund eines wachsenden Wissens über Trauma. Das ist uns besonders wichtig, wenn es um Feedback in der Gruppe geht. Wir achten darauf, dass kein Gruppendruck entsteht und arbeiten aktiv dagegen. So haben wir die Praxis des Spiegelns im ZEGG-Forum so weiter entwickelt, dass sie den individuellen Prozess des Einzelnen respektiert und Feedback aus einem möglichst sicheren Raum heraus gibt. Wir haben von G&C wertvolle Impulse zum Thema Feedback bekommen, im Sinne von mehr Direktheit und Präzision. Diese Impulse integrieren wir in unsere Kultur. Kritisch sehen wir mehrheitlich ein Pushen von Menschen und den hohen Gruppendruck in der Entwicklungsarbeit von G&C.

Hierarchie

Unsere Erfahrungen mit dem Visionär und Gründer Dieter Duhm als Führungsfigur waren wichtig und haben das ZEGG erst hervorgebracht. Von Beginn an haben wir mit verschiedensten Entscheidungsstrukturen experimentiert. Heute ist unser gemeinschaftsgeführtes Bildungszentrum soziokratisch organisiert. Die Soziokratie unterstützt kollektive Entscheidungen und ermöglicht zugleich strukturelle Leitungsverantwortung. Ein universeller Führungsanspruch von Einzelnen oder einer Gruppe ist für uns kein stimmiges Modell. Wir haben ein System, das die verschiedenen Ebenen von Hierarchie anerkennt, so z.B. dass Menschen verschiedene Kompetenzen haben und unterschiedlich viel Verantwortung tragen.

G&C nutzt eine Bewusstseinshierarchie. Dieses Modell war für einige von uns anfangs interessant, weil wir lernen wollen, in der ZEGG-Gemeinschaft Führung und Selbstführung stärker zu integrieren. Und: In hierarchischen Strukturen sind Weisheit, Bodenhaftung und ein hohes Maß an Integrität im Umgang mit Macht gefragt. Dort wo alle Lebensbereiche von einer Bewusstseinshierarchie umfasst sind, sehen wir ein Korrektiv für die Leitung als besonders wichtig.


 Einzelne Mitglieder der ZEGG-Gemeinschaft sind mit der hier beschriebenen Haltung nicht einverstanden. Auf  der Website "Integrale-Gemeinschaftsbildung" schildern sie und einige Andere ihre Sicht der Dinge.



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Im ZEGG leben 100 Menschen gemeinschaftlich zusammen. Wir sind Modellprojekt für ein sozial und ökologisch innovatives Leben und Wirtschaften. Dabei interessiert uns, wie nachhaltige Entwicklung funktioniert - für jede/n Einzelne/n und für die Gesellschaft als Ganzes. Wir legen Augenmerk auf die sozialen, spirituellen, ökonomischen und ökologischen Aspekte dessen, was wir tun.

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